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Eine weltweite Bewegung

AI-Delegierte am internationalen Ratstreffen in Mexiko 2003 © AI
AI-Delegierte am internationalen Ratstreffen in Mexiko 2003 | © AI


Mitglieder in der ganzen Welt

Amnesty International ist eine weltweite Bewegung von Menschen, die sich für die Menschenrechte einsetzen. Ihre Vision ist eine Welt, in der die Menschenrechte gleichermassen für alle gelten.

Heute hat AI über 2,7 Millionen Mitglieder und UnterstützerInnen in mehr als 150 Ländern. Sie sind den Kern der Organisation. Amnesty International wird ausschliesslich durch private Spenden finanziert und nimmt keine staatlichen Subventionen an. Damit garantiert  Amnesty International ihre Unabhängigkeit.

Amnesty International setzt sich weltweit für die Einhaltung und die Förderung der Menschenrechte ein, wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert sind.

AI greift immer dann ein, wenn Menschenrechte verletzt werden – sei es durch Regierungen oder durch andere Akteure wie Oppositionsgruppen, Rebellen, Unternehmen oder Privatpersonen. Ausserdem engagiert sich AI dafür, dass die Menschenrechte national und international mehr Gewicht erhalten.

Nicht zuletzt dank dem Druck von Amnesty International gibt es seit 1987 die internationale Konvention gegen die Folter, seit 2002 den internationalen Strafgerichtshof und seit 2006 den Uno-Menschenrechtsrat.

So arbeitet Amnesty International

Die Arbeit von Amnesty International beruht auf sorgfältigen Nachforschungen. Im Internationalen Sekretariat in London sammeln Expertinnen und Experten Meldungen über Menschenrechtsverletzungen aus aller Welt. Ausserdem entsendet AI Fachleute in Krisenregionen, um vor Ort Fakten zu sammeln und im direkten Gespräch mit Opfern und Menschenrechtsaktivisten authentische Informationen zu beschaffen. All diese Informationen werden geprüft und dokumentiert. Diese Ermittlungsarbeit bildet die Grundlage für die Berichte, Aktionen und Kampagnen von Amnesty International.

Öffentlicher Druck ist das wichtigste Mittel, um Verbesserungen für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen zu erzielen und die Einhaltung der Menschenrechte zu fördern. Öffentlichkeitsarbeit ist deshalb die wichtigste Aufgabe der Mitglieder und UnterstützerInnen von AI: sie setzen sich auf der ganzen Welt mit Kampagnen, Protestschreiben, Aktionen, Medienarbeit und Veranstaltungen für die Menschenrechtsanliegen ein.

AI nutzt auch die Möglichkeiten des politischen Lobbying und interveniert direkt bei Regierungen und Behörden.

In besonders akuten Fällen von Menschenrechtsverletzungen alarmiert AI ihr Urgent Actions-Netzwerk. Bei solchen Eilaktionen senden Freiwillige auf der ganzen Welt innert Stunden Tausende Briefe, Faxe und E-Mails an Regierungen und Behörden. Fast 50 Prozent der Urgent Actions sind erfolgreich und führen für die Betroffenen zur Verbesserung ihrer Situation.

Das bewirkt Amnesty International

Die Arbeit von Amnesty International zeigt rund um die Welt Wirkung: Gewissensgefangene  werden freigelassen, Todesurteile umgewandelt oder Menschen, die foltern, vor Gericht gestellt. Kampagnen und Aktionen tragen zur Verbesserung der Menschenrechtslage auf gesetzlicher oder gesellschaftlicher Ebene bei und stärken Organisationen vor Ort den Rücken. So werden beispielsweise Gesetze für einen besseren Schutz von Frauen oder eine Kontrolle des Waffenhandels geschaffen.

Immer wieder erfährt Amnesty International von Menschen, dass der Druck auf Regierungen und Behörden ihre Lage verbessert hat. Diese Erfahrungen zeigen, dass die Aktionen der Mitglieder und UnterstützerInnen von Amnesty International etwas verändern können. Erfolge »

Von den Anfängen bis in die Gegenwart

Amnesty International wurde im Jahr 1961 vom britischen Anwalt Peter Benenson gegründet als Reaktion auf die willkürliche Inhaftierung von zwei Studenten in Portugal. Sein «Appeal for Amnesty» in der Zeitung «The Observer» rief dazu auf, die portugiesische Diktatur mit Briefen und Artikeln zur Freilassung der beiden Studenten zu bewegen. Aus dieser Aktion erwuchs innert kurzer Zeit eine internationale Bewegung.

Anfänglich war die Befreiung von Gewissensgefangenen das Hauptanliegen der Organisation. Bald jedoch weitete AI ihr Tätigkeitsfeld aus und begann, sich auch gegen die Folter, gegen das «Verschwindenlassen» von Menschen und gegen die Todesstrafe einzusetzen. Dafür erhielt Amnesty 1977 den Friedensnobelpreis.

Die weltweiten Veränderungen stellen Amnesty immer wieder vor neue Herausforderungen. Dem haben die Delegierten von Amnesty im Jahr 2001 an einer internationalen Ratsversammlung Rechnung getragen und beschlossen, das Arbeitsgebiet von Amnesty auf alle Menschenrechte auszuweiten. Bis 2010 arbeitet AI zu folgenden Prioritäten: 

  • Gegen Diskriminierung
  • Gegen Straflosigkeit
  • Für die physische und psychische Unversehrtheit aller Menschen
  • Für Menschenrechte in bewaffneten Konflikten
  • Für die Rechte von Flüchtlingen
  • Für die Rechte von Frauen und Mädchen
  • Für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte und gegen Armut

Die Kernthemen von AI wie Folter, Todesstrafe, Straflosigkeit und das «Verschwindenlassen» von Menschen bleiben für die Arbeit der Organisation zentral. Wie aktuell diese Themen sind, zeigen die Menschenrechtsverletzungen im «Krieg gegen den Terror», in dessen Namen Menschen gefoltert oder ohne faires Strafverfahren jahrelang in Gefängnissen festgehalten werden.