«Ein grossartiger, aber auch erschreckender Tag»
- Demonstrierende an der Baltic Pride 2009 | © AI
Am Wochenende vom 16. und 17. Mai 2009 fand in Riga die Baltic Pride statt, eine Demonstration für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen (LGBT). Unter dem Motto «Human Rights are my Pride» nahmen AktivistInnen von Amnesty International aus der ganzen Welt daran teil.
Drei Organisationen aus Estland, Lettland und Litauen veranstalteten die Baltic Pride gemeinsam. In den vorangehenden Jahren gab es bei ähnlichen Anlässen immer wieder Zwischenfälle. 2007 beispielsweise bewarfen die Gegendemonstrierenden die TeilnehmerInnen der Pride mit Spreng- und Feuerwerkskörpern.
Auch die «Baltic Pride» 2009 wurde torpediert: Zwei Tage vor dem Anlass erging ein Verbot. Amnesty International (AI) protestierte umgehend dagegen. Im Laufe des Freitags, das Festival war schon im Gange, erlaubte ein Gerichtsbeschluss wenige Stunden vor der geplanten Eröffnung die Durchführung.
Ein Zeichen setzen
Auch aus der Schweiz reiste ein AI-Vertreter nach Riga: «Es war für mich ein grossartiger, aber auch erschreckender Tag. Ich glaube, wir konnten mit der ersten gesamtbaltischen Pride ein echtes Zeichen für die Menschenrechte setzen», erklärt Tobias Müller. «Eine grosse Gegendemonstration gab es, jedoch spürte man, dass sich die Situation der LGBT-Gemeinde von Jahr zu Jahr verbessert hat. Die Pride 09 verlief bis auf kleinere Zwischenfälle und verbale Attacken friedlich. Es gibt aber noch einiges zu tun! In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Zwischenfälle, die von homophoben Gruppen ausgelöst wurden», sagt Tobias Mäder weiter.
Amnesty International will mit der jährlichen Teilnahme an der Demonstration auf die Situation von Homo-, Bi- und Transsexuellen in den drei baltischen Staaten aufmerksam machen. Die Organisation will die Bevölkerung mit der jährlichen Durchführung sensibilisieren und den baltischen Teilnehmenden Sicherheit bieten.
Insgesamt nahmen 500 DemonstrantInnen an der Pride teil. Rund 70 davon waren AI-AktivistInnen aus 20 Ländern. Eine internationale Delegation der International Lesbian and Gay Association (ILGA) sowie der schwedischen LGBT-Organisation RFSL nahmen ebenfalls teil.
20. Mai 2009

