Dringender Handlungsbedarf für den Schutz der Menschenrechte
- Kinder, die im Kugelhagel verletzt wurden. Kilinochchi, Sri Lanka, 10. Mai 2009 | © Privat
Der Krieg zwischen der Regierung Sri Lankas und den Tamil Tigers (LTTE) ist zu Ende, die menschliche Tragödie setzt sich fort. Amnesty International fordert, dass unverzüglich Massnahmen getroffen werden, um die Zivilbevölkerung und gefangene Kämpfer zu schützen.
«Die Regierung Sri Lankas muss sicherstellen, dass ihre Truppen das internationale Recht vollumfänglich respektieren», sagt Sam Zarifi, Asia Pacific Director bei Amnesty International. «Wenn ein LTTE-Kämpfer kapitulieren will, muss das die Regierung akzeptieren. Sie steht in der Pflicht, alle LTTE-Kämpfer, die ihre Waffen niedergelegt haben, menschlich zu behandeln. Im Gegenzug sind die LTTE-Rebellen verpflichtet, Zivilpersonen und gefangengenommene Soldaten Sri Lankas zu schützen.»
Mehr als 200'000 Menschen sind auf der Flucht, darunter 80'000 Kinder. Sie müssen vor Misshandlungen geschützt werden.
Amnesty International fordert von der Regierung Sri Lankas,
- nationalen und internationalen Organisationen, darunter der Uno und dem Roten Kreuz, Zugang zu all jenen Menschen zu ermöglichen, die Hilfe nötig haben;
- nationalen und internationalen BeobachterInnen sofortigen und ungehinderten Zugang zu geben. Sie sollen die Situation überwachen und verhindern, dass Menschenrechtsverletzungen wie Folter, willkürliche Haft oder Verschwindenlassen geschehen;
- Menschen auf der Flucht zu beschützen. Dazu zählt ein angemessenes Registrierungssystem, das als Sicherheitsbarriere gegen Misshandlungen wie etwa Verschwindenlassen dienen kann.
«Ausserdem muss die internationale Gemeinschaft verlangen, dass internationale BeobachterInnen in kritischen Gebieten ihre Arbeit aufnehmen können. Sie sollen auch die Lager für vertriebene Menschen, Haftanstalten und Registrierungspunkte überwachen.»
Amnesty International unterstützt die Einberufung einer Sondersession des Menschenrechtsrats und ruft die Vereinten Nationen auf, sofort eine internationale Untersuchungskommission einzusetzen.
18. Mai 2009

