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Brief gegen das Vergessen: Emmanuel Egbo

Jugendlicher ermordet

Emmanuel Egbo. © Privat
Emmanuel Egbo. | © Privat

Am 25. September 2008 spielte der 15-jährige Emmanuel Egbo auf einer Strasse in der nigerianischen Stadt Enugu, als er von der Polizei erschossen wurde. Die Polizei behauptete, er sei ein bewaffneter Räuber gewesen. Augenzeugen berichteten jedoch, dass er unbewaffnet gewesen sei und mit anderen Kindern gespielt habe. Emmanuels Familie konnte ihn nicht beerdigen, weil sein Leichnam aus der Leichenhalle des Krankenhauses verschwand.

Zunächst wurden keine Ermittlungen eingeleitet. Emmanuels Angehörige suchten mehrmals die Polizeistation in Enugu auf und forderten eine Untersuchung seines Todes. Zwischen Oktober 2008 und Mai 2009 traf sich die Familie mehrfach mit der Polizei von Enugu. Nach einigen Gesprächen erfuhr sie, dass der für die Untersuchung zuständige Polizeibeamte versetzt worden war. «Der Polizist sagte uns, der Junge sei ein bewaffneter Räuber gewesen und der Fall sei abgeschlossen. Von diesen Entwicklungen zu erfahren, war ein Albtraum für uns», erklärte ein Angehöriger von Emmanuel.

Im September 2009 wurde Emmanuels Familie darüber informiert, dass der Polizist, der verdächtigt wurde, Emmanuel getötet zu haben, inhaftiert worden sei. Doch die Leiche von Emmanuel wurde noch immer nicht gefunden.


Briefvorschlag und Forderungen

Sehr geehrter Herr Generalinspektor

Am 25. September 2008 spielte der 15-jährige Emmanuel Egbo auf einer Strasse in der nigerianischen Stadt Enugu, als er von der Polizei erschossen wurde. Die Polizei behauptete, er sei ein bewaffneter Räuber gewesen. Augenzeugen berichteten jedoch, dass er unbewaffnet gewesen sei und mit anderen Kindern gespielt habe. Emmanuels Familie konnte ihn nicht beerdigen, weil sein Leichnam aus der Leichenhalle des Krankenhauses verschwand.

Zunächst wurden keine Ermittlungen eingeleitet. Emmanuels Angehörige suchten mehrmals die Polizeistation in Enugu auf und forderten eine Untersuchung seines Todes. Zwischen Oktober 2008 und Mai 2009 traf sich die Familie mehrfach mit der Polizei von Enugu. Nach einigen Gesprächen erfuhr sie, dass der für die Untersuchung zuständige Polizeibeamte versetzt worden war.

Im September 2009 wurde Emmanuels Familie darüber informiert, dass der Polizist, der verdächtigt wurde, Emmanuel getötet zu haben, inhaftiert worden sei. Doch die Leiche von Emmanuel wurde noch immer nicht gefunden.

Ich bin sehr besorgt über diese Situation und fordere Sie auf, umgehend eine umfassende und unparteiische Untersuchung des Todes von Emmanuel Egbo am 25. September 2008 einzuleiten. Ausserdem bitte ich Sie, den Fall neu aufzurollen, alle Augenzeugen zu befragen und die für den Tod des Jungen Verantwortlichen vor Gericht zu stellen. Sorgen Sie bitte ausserdem dafür, dass Emmanuels Leiche seiner Familie übergeben wird oder die Familie zumindest darüber informiert wird, wo er beerdigt worden ist.


Höflich formulierter Brief an:

Hafiz Ringim
Inspector General of Police
Nigeria Police Force Headquarters
Louis Edet House
Shehu Shagari Way
Area 11 Garki, Abuja
NIGERIA


Kopie an:

Ambassade de la République Fédérale du Nigéria,
Zieglerstrasse 45,
Case postale 574,
3000 Bern 14.
Fax: 031 384 26 26
E-mail: info@nigerianbern.org

Dieser Brief ist Teil der Briefe gegen das Vergessen vom Januar 2011 |Zurück zur Übersicht Januar 2011| Word-Dokument herunterladen | E-Mail Alert für «Briefe» abonnieren