Europäisches Parlament hilft Bhopal-Opfern
- Verlassene, aber immer noch kontaminierte Union Carbide Fabrik. | © AI
Das Europäische Parlament hat sich bereit erklärt, die Kosten für eine gründliche Untersuchung des Verschmutzungsgrades der Bhopal-Unglücksstelle zu tragen. Das geht aus einem Brief hervor, den Mitglieder des Europäischen Parlaments am 23. Juni 2010 der indischen Regierung schrieben. Die Opfer der Giftgaskatastrophe in Bhopal warten seit 25 Jahren auf Gerechtigkeit.
Im zentralindischen Bhopal entwichen am 2. und 3. Dezember 1984 tonnenweise tödliche Chemikalien aus der Pestizidfabrik des Unternehmens Union Carbide Corporation (UCC) mit Sitz in den USA. Rund eine halbe Million Menschen waren ihnen ausgesetzt. Zwischen 7’000 und 10’000 Menschen starben unmittelbar danach, weitere 15’000 über die folgenden 20 Jahre. Mehr als 25 Jahre lang wurde niemand für diese Katastrophe zur Rechenschaft gezogen. Erst Anfang Juni 2010 wurden sieben indische Staatsbürger wegen fahrlässiger Tötung verurteilt [Mehr dazu hier].
Auch wurde das Gebiet der Katastrophe in über 25 Jahren nicht gereinigt, und über das Leck und seine Auswirkungen liegt der Öffentlichkeit noch immer keine genaue Untersuchung vor. Mehr als 100’000 Menschen leiden weiterhin an gesundheitlichen Problemen, ohne die notwendige medizinische Versorgung zu erhalten, und Überlebende warten noch immer auf eine angemessene Entschädigung und volle Wiedergutmachung für ihre Leiden. Die Initiative des Europäischen Parlaments ist ein wichtiger Schritt, um endlich eine Reinigung des Gebiets und eine effektive Hilfe für die betroffenen Menschen zu erreichen.
30. Juni 2010

