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Brief gegen das Vergessen: Kartam Joga

Aus politischen Gründen verhaftet

Kartam Joga. © Privat
Kartam Joga. | © Privat

Seit 2005 geht Kartam Joga Menschenrechtsverletzungen an der indigenen Gemeinschaft der Adivasi im zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh nach. Bei seinen Treffen mit DorfbewohnerInnen wurden insgesamt 500 aussergerichtliche Hinrichtungen und Fälle von sexueller Gewalt einschliesslich Vergewaltigung, das Niederbrennen von Adivasi-Weilern und einzelnen Häusern und die daraus folgende Vertreibung von Adivasis aus 644 Weilern dokumentiert.

Kartam Joga gehört der Kommunistischen Partei Indiens an und ist gewähltes Mitglied eines Selbstverwaltungsgremiums im Bezirk Dantewada in der Region Bastar des Bundesstaates Chhattisgarh. Er begann mit seiner Dokumentationsarbeit nach einem Angriff auf einen Adivasi-Weiler durch Angehörige einer lokalen privaten Miliz namens Salwa Judum. In weiten Kreisen wird davon ausgegangen, dass diese Miliz staatliche Unterstützung erhält.

2007 machten Kartam Joga und zwei weitere führende Adivasi beim Obersten Gerichtshof Indiens Eingaben zu den Menschenrechtsverletzungen im Bundesstaat Chhattisgarh und zur Straffreiheit für Sicherheitskräfte und Mitglieder der Salwa Judum in diesen Fällen. Am 31. August 2010 kritisierte der Oberste Gerichtshof die Reaktion der Regierung des Bundesstaates Chhattisgarh auf diese Eingaben als „durch und durch vage und unklar“. Der Oberste Gerichtshof forderte die Regierung von Chhattisgarh auf, eine umfassende eidesstattliche Erklärung hinsichtlich der in der Petition geäusserten Vorwürfe abzugeben.

Am 14. September 2010 wurde Kartam Joga aufgrund verschiedener Anklagen inhaftiert. Eine der Anklagen lautete auf Zusammenarbeit mit den Maoisten bei Bombenanschlägen und anderen Angriffen sowie Mord an einem Staatsbeamten. Amnesty International geht davon aus, dass die Anschuldigungen politisch motiviert sind und betrachtet Kartam Joga als gewaltlosen politischen Gefangenen. Falls er schuldig gesprochen wird, könnte ihm die Todesstrafe drohen.

 

Briefvorschlag und Forderungen

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident

Seit 2005 geht Kartam Joga, Mitglied der Kommunistischen Partei Indiens an sowie eines Selbstverwaltungsgremiums im Bezirk Dantewada in der Region Bastar des Bundesstaates Chhattisgarh, Menschenrechtsverletzungen an der indigenen Gemeinschaft der Adivasi im zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh nach. Bei seinen Treffen mit DorfbewohnerInnen wurden insgesamt 500 aussergerichtliche Hinrichtungen und Fälle von sexueller Gewalt einschliesslich Vergewaltigung, das Niederbrennen von Adivasi-Weilern und einzelnen Häusern und die daraus folgende Vertreibung von Adivasis aus 644 Weilern dokumentiert. Er begann mit seiner Dokumentationsarbeit nach einem Angriff auf einen Adivasi-Weiler durch Angehörige einer lokalen privaten Miliz namens Salwa Judum. In weiten Kreisen wird davon ausgegangen, dass diese Miliz staatliche Unterstützung erhält.

2007 machten Kartam Joga und zwei weitere führende Adivasi beim Obersten Gerichtshof Indiens Eingaben zu den Menschenrechtsverletzungen im Bundesstaat Chhattisgarh und zur Straffreiheit für Sicherheitskräfte und Mitglieder der Salwa Judum in diesen Fällen. Am 31. August 2010 kritisierte der Oberste Gerichtshof die Reaktion der Regierung des Bundesstaates Chhattisgarh auf diese Eingaben als «durch und durch vage und unklar». Der Oberste Gerichtshof forderte die Regierung von Chhattisgarh auf, eine umfassende eidesstattliche Erklärung hinsichtlich der in der Petition geäusserten Vorwürfe abzugeben.

Am 14. September 2010 wurde Kartam Joga aufgrund verschiedener Anklagen inhaftiert. Eine der Anklagen lautete auf Zusammenarbeit mit den Maoisten bei Bombenanschlägen und anderen Angriffen sowie Mord an einem Staatsbeamten. Amnesty International geht davon aus, dass die Anschuldigungen politisch motiviert sind und betrachtet Kartam Joga als gewaltlosen politischen Gefangenen.

Ich bin sehr besorgt über die Verhaftung von Kartam Joga und fordere Sie dazu auf, Kartam Joga unverzüglich und bedingungslos freizulassen.

Hochachtungsvoll

 

Höflich formulierter Brief an

Ministerpräsident des Bundesstaates Chhattisgarh
Chief Minister of Chhattisgarh
Dr. Raman Singh
Chief Minister Niwas
Raipur 492001
Chhattisgarh
INDIEN
Fax: (00 91) 771 222 13 06
E-Mail: cm@cg.nic.in

Kopie an

Botschaft der Republik Indien;
Kirchenfeldstrasse 28;
Postfach 406;
3000 Bern 6.
Fax: 031 351 15 57
E-mail: india@indembassybern.ch

Dieser Brief ist Teil der Briefe gegen das Vergessen vom April 2011 | Zurück zur Übersicht April 2011 Word-Dokument herunterladen | E-Mail Alert für «Briefe» abonnieren