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Brief gegen das Vergessen: Atiq-ur Rehman

Pakistan: Wissenschaftler verschwunden

Atiq-ur Rehman. © Privat
Atiq-ur Rehman. | © Privat

Am 25. Juni 2004 ging der für die pakistanische Atomenergiekommission tätige Wissenschaftler Atiq-ur Rehman auf den Markt, um Essen für seine Hochzeitsgäste einzukaufen. Von dem Einkauf kehrte er jedoch nicht nach Hause zurück. Der Vorfall ereignete sich in Abbotabad in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa (ehemals Nordwestgrenzprovinz).

Die Familie von Atiq-ur Rehman wandte sich an die Polizei und erhielt dort die Auskunft, dass der Wissenschaftler von einem der Geheimdienste in Haft gehalten werde. Die Polizei lehnte es jedoch ab, eine Anzeige der Familie aufzunehmen. Armeeangehörige rieten den Familienmitgliedern des Wissenschaftlers, nicht weiter tätig zu werden und weder die Öffentlichkeit noch die Justiz einzuschalten.

Im Juni 2006 reichte die Familie von Atiq-ur Rehman beim Oberen Gericht von Lahore einen Haftprüfungsantrag ein. Die Nichtregierungsorganisation Defence of Human Rights rief überdies den Obersten Gerichtshof an, der im Jahr 2007 über den Fall verhandelte. Während der Anhörungen bestritten VertreterInnen des Staates, Atiq-ur Rehman in Haft zu halten oder Informationen über seinen Aufenthaltsort zu besitzen.

Bei einer weiteren Anhörung vom Januar 2010 erklärte einer der stellvertretenden Leiter der Polizeibehörde von Abbotabad, Atiq-ur Rehman sei dem Geheimdienst übergeben worden. Zu der Frage, welcher Geheimdienst den Wissenschaftler in Haft halte, äusserte er sich nicht. Auch spätere gerichtliche Anhörungen erbrachten ebenso wenig Erkenntnisse über den Verbleib von Atiq-ur Rehman wie die Nachforschungen eines Ausschusses der Justiz, der im März 2010 zur Untersuchung der Fälle von Verschwindenlassen eingesetzt worden war.


Briefvorschlag und Forderungen

Sehr geehrter Herr Premierminister

Am 25. Juni 2004 ging der für die pakistanische Atomenergiekommission tätige Wissenschaftler Atiq-ur Rehman auf den Markt, um Essen für seine Hochzeitsgäste einzukaufen. Von dem Einkauf kehrte er jedoch nicht nach Hause zurück. Der Vorfall ereignete sich in Abbotabad in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa.

Die Familie von Atiq-ur Rehman wandte sich an die Polizei und erhielt dort die Auskunft, dass der Wissenschaftler von einem der Geheimdienste in Haft gehalten werde. Die Polizei lehnte es jedoch ab, eine Anzeige der Familie aufzunehmen. Armeeangehörige rieten den Familienmitgliedern des Wissenschaftlers, nicht weiter tätig zu werden und weder die Öffentlichkeit noch die Justiz einzuschalten.

Im Juni 2006 reichte die Familie von Atiq-ur Rehman beim Oberen Gericht von Lahore einen Haftprüfungsantrag ein. Die Nichtregierungsorganisation Defence of Human Rights rief überdies den Obersten Gerichtshof an, der im Jahr 2007 über den Fall verhandelte. Während der Anhörungen bestritten VertreterInnen des Staates, Atiq-ur Rehman in Haft zu halten oder Informationen über seinen Aufenthaltsort zu besitzen.

Bei einer weiteren Anhörung vom Januar 2010 erklärte einer der stellvertretenden Leiter der Polizeibehörde von Abbotabad, Atiq-ur Rehman sei dem Geheimdienst übergeben worden. Zu der Frage, welcher Geheimdienst den Wissenschaftler in Haft halte, äusserte er sich nicht. Auch spätere gerichtliche Anhörungen erbrachten ebenso wenig Erkenntnisse über den Verbleib von Atiq-ur Rehman wie die Nachforschungen eines Ausschusses der Justiz, der im März 2010 zur Untersuchung der Fälle von Verschwindenlassen eingesetzt worden war.

Ich bin sehr besorgt über das Verschwinden von Atiq-ur Rehman und fordere Sie auf, unverzüglich Ermittlungen über sein Schicksal und seinen Verbleib zu veranlassen und die gewonnenen Erkenntnisse öffentlich bekannt zu geben. Sollte sich Atiq-ur Rehman in Haft befinden, muss er zudem unverzüglich in einem fairen Prozess vor ein ordentliches Gericht der zivilen Justiz gestellt und einer erkennbar strafbaren Handlung angeklagt werden. Ausserdem müssen die für das Verschwinden des Wissenschaftlers Verantwortlichen strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden.

Hochachtungsvoll


Höflich formulierte Briefe an

Prime Minister Gilani
Pakistan Secretariat
Constitution Avenue
Islamabad
PAKISTAN
Fax: (00 92) 519213780 / (00 92) 519221596

Rehman Malik
Advisor/Minister for Interior
Room 404, 4th Floor, R Block
Pakistan Secretariat
Islamabad
PAKISTAN
Fax: (00 92) 51 9202624
(korrekte Anrede: Sehr geehrter Herr Innenminister)

Kopie an

Botschaft von Pakistan
Bernastrasse 47
3005 Bern
Fax: 031 350 17 99
E-mail: parepberne@bluewin.ch, embassyberne@yahoo.com

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