AI-Mitbegründer in der Türkei unter Polizeischutz gestellt
- Orhan Kemal Cengiz | © Private
Am 27. Februar 2008 erhielt der türkische Rechtsanwalt, Menschenrechtsverteidiger und Zeitungskolumnist Orhan Kemal Cengiz von den Sicherheitsbehörden in Ankara einen Leibwächter zur Verfügung gestellt. Er war bedroht und eingeschüchtert worden, weil er die Witwe eines Mannes vertreten hatte, der zusammen mit zwei anderen bei einem Überfall auf ein christliches Verlagshaus im April 2007 getötet worden war.
Orhan Kemal Cengiz macht seit etwa 15 Jahren Menschenrechtsarbeit in der Türkei. Als Gründungsmitglied verschiedener Menschenrechtsinitiativen gehörte er auch zu den Initianten der türkische Sektion von Amnesty International und engagiert sich als Anwalt für Opfer von Menschenrechtsverletzungen.
Orhan Kemal Cengiz wurde bereits mehrmals bedroht und eigeschüchtert. Seit Beginn des Verfahrens gegen die mutmasslichen Mördern im November 2007 haben sich diese Bedrohungen jedoch massgeblich verschärft. Die Mitarbeitenden des Verlagshauses hatten bereits in den Monaten vor den Tötungen Morddrohungen erhalten.
Amnesty International begrüsst die Schutzmassnahmen, drängt aber die Behörden weiterhin dazu, eine sofortige, gründliche, unparteiische und unabhängige Untersuchung betreffend der Drohungen durchzuführen.
Orhan Kemal Cengiz dankt allen, die sich zu seinen Gunsten engagiert und Briefe für ihn geschrieben haben.
27. März 2008

