Wieder gewaltsame Übergriffe gegen Frauen am Tahrir-Platz
- Graffiti eines Übergriffs, dessen Bild vor 2 Jahren um die Welt ging | © Amnesty International
Die Amnesty-Delegierte in Ägypten dokumentierte brutale Übergriffe auf Frauen anlässlich der Demonstrationen zum Jahrestags der Massenproteste, die vor zwei Jahren zum Sturz Mubaraks geführt haben. Weiterhin dominiert in Ägypten eine Kultur der Straflosigkeit.
Eine Initiative verschiedener ägyptischer Menschenrechtsorganisationen zur Dokumentation sexueller Übergriffe auf Frauen erhielt allein für den Abend des 25. Januars und für die Gegend um den Kairoer Tahrir-Platz Berichte über 19 gewaltsame sexuelle Übergriffe. Meistens wurden die Opfer dabei von einem Mob mehrerer Männer umringt und sexuell angegriffen.
Frauen, welche die Übergriffe zur Anzeige bringen wollten, wurden von der Polizei zumeist gedrängt, auf Anklagen zu verzichten. Dies illustriert die Kultur der Straflosigkeit, die Ägypten auch zwei Jahre nach dem Sturz Mubaraks weiter prägt und eine Hauptursache der andauernden sexuellen und polizeilichen Gewalt im Lande ist.
Detallierte Informationen (englisch):
- Neues Briefing über Gewalt an Frauen am Tahrirplatz, in dem Amnesty auch den Ursachen - Kultur der Straflosigkeit, ausbleibende Reform des Polizeiapparats - nachgeht
- Blog der Amnesty-Delegierten mit Zeuginnenaussagen.
5. Februar 2013

