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Brief gegen das Vergessen: Malik Medjnoun

Ohne Prozess in Haft

Malik Medjnoun. © Privat
Malik Medjnoun. | © Privat

Malik Medjnoun befindet sich seit 1999 in Haft, ohne dass bislang ein Prozess stattgefunden hat. Er war am 28. September 1999 nach dem Mord an Lounes Matoub festgenommen worden, einem Sänger und Kritiker der algerischen Regierung. Seit der Aufnahme des Verfahrens im Mai 2001 wurde sein Prozess immer wieder verschoben.

Nach seiner Festnahme wurde Malik Medjnoun über sieben Monate lang ohne Kontakt zur Aussenwelt in einer Kaserne in Algier in Haft gehalten. Er gab an, dass er dort mit dem Griff einer Spitzhacke geschlagen, mit Elektroschocks gequält und gezwungen worden sei, schmutziges Wasser und andere Flüssigkeiten zu trinken. In den folgenden Monaten wurde er seinen Angaben zufolge täglich von Gefängniswärtern geschlagen und erhielt nicht ausreichend zu essen. Er war schliesslich so geschwächt, dass er nicht mehr aufstehen konnte und wurde in das Militärkrankenhaus in Blida südlich von Algier gebracht.

Malik Medjnoun wurde am 4. und 6. März 2000 dem Staatsanwalt und am 2. Mai 2000 einem Untersuchungsrichter in Tizi Ouzou vorgeführt. An keinem dieser Termine hatte er einen Rechtsbeistand. Am 2. Mai 2000 teilte man ihm mit, er sei wegen «Zugehörigkeit zu einer bewaffneten terroristischen Gruppierung» und wegen des Mords an Lounes Matoub angeklagt. Dieser Anklage war die Aussage eines anderen Mannes vorausgegangen, der sein «Geständnis» später aber wieder zurückzog und angab, er hätte es unter Folter abgelegt. Malik Medjnoun befindet sich derzeit im Gefängnis von Tizi Ouzou.

Lounes Matoub wurde am 25. Juni 1998 von Unbekannten erschossen. Die Umstände des Verbrechens sind bislang ungeklärt, und sein Tod wurde nie ordnungsgemäss untersucht.


Briefvorschlag und Forderungen

Exzellenz,

Malik Medjnoun befindet sich seit 1999 in Haft, ohne dass bislang ein Prozess stattgefunden hat. Er war am 28. September 1999 nach dem Mord an Lounes Matoub festgenommen worden, einem Sänger und Kritiker der algerischen Regierung. Seit der Aufnahme des Verfahrens im Mai 2001 wurde sein Prozess immer wieder verschoben.

Nach seiner Festnahme wurde Malik Medjnoun über sieben Monate lang ohne Kontakt zur Aussenwelt in einer Kaserne in Algier in Haft gehalten. Er gab an, dass er dort mit dem Griff einer Spitzhacke geschlagen, mit Elektroschocks gequält und gezwungen worden sei, schmutziges Wasser und andere Flüssigkeiten zu trinken. In den folgenden Monaten wurde er seinen Angaben zufolge täglich von Gefängniswärtern geschlagen und erhielt nicht ausreichend zu essen. Er war schliesslich so geschwächt, dass er nicht mehr aufstehen konnte und wurde in das Militärkrankenhaus in Blida südlich von Algier gebracht.

Malik Medjnoun wurde am 4. und 6. März 2000 dem Staatsanwalt und am 2. Mai 2000 einem Untersuchungsrichter in Tizi Ouzou vorgeführt. An keinem dieser Termine hatte er einen Rechtsbeistand. Am 2. Mai 2000 teilte man ihm mit, er sei wegen «Zugehörigkeit zu einer bewaffneten terroristischen Gruppierung» und wegen des Mords an Lounes Matoub angeklagt. Dieser Anklage war die Aussage eines anderen Mannes vorausgegangen, der sein «Geständnis» später aber wieder zurückzog und angab, er hätte es unter Folter abgelegt. Malik Medjnoun befindet sich derzeit im Gefängnis von Tizi Ouzou.

Ich bin sehr besorgt über die Situation von Malik Medjnoun und fordere Sie auf, für seine Freilassung zu sorgen, da die Behörden ihn über zehn Jahre lang nicht vor Gericht gestellt haben. Zudem bitte ich Sie, eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Foltervorwürfe von Malik Medjnoun zu veranlassen und sicherzustellen, dass der Mord an Lounes Matoub aufgeklärt wird.

Hochachtungsvoll


Höflich formulierter Brief an:

His Excellency Abdelaziz Bouteflika
President of Algeria
Présidence de la République
El Mouradia
16000 Algiers
ALGERIEN

E-Mail: President@el-mouradia.dz

Kopie an:

Ambassade de la République Algérienne Démocratique et Populaire,
Willadingweg 74,
3000 Berne 15.
Fax: 031 350 10 59
E-mail: ambalg.berne@bluewin.ch

Dieser Brief ist Teil der Briefe gegen das Vergessen vom Januar 2011 |Zurück zur Übersicht Januar 2011| Word-Dokument herunterladen | E-Mail Alert für «Briefe» abonnieren