Drohende Hinrichtung
Samar Sa’ad Abdullah droht die Hinrichtung. Am 15. August 2005 wurde sie in Bagdad wegen Mordes an ihrem Onkel, dessen Frau und einem der Kinder des Ehepaares zum Tode verurteilt. Ein Kassationsgericht bestätigte das Urteil am 26. Februar 2007.
Während des Prozesses hatte Samar Sa’ad Abdullah wiederholt ihre Unschuld beteuert und angegeben, ihr «Geständnis» unter Folter in Polizeigewahrsam gemacht zu haben. Samar Sa’ad Abdullah beschuldigt ihren Verlobten, die Morde begangen zu haben. Die Behörden fahnden derzeit nach ihm.
Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe im Irak im August 2004 können Menschen wegen Gefährdung der inneren Sicherheit, Mord, Drogenhandel und Entführung zum Tode verurteilt werden. Elf Monate zuvor war die Todesstrafe ausgesetzt worden. Die irakischen Behörden begründeten die Wiedereinführung mit der angespannten Sicherheitslage im Land und der hohen Anzahl politisch motivierter Gewalttaten. Zwischen 2004 und Ende 2009 wurden mindestens 255 Menschen hingerichtet. Rund 1’300 Menschen sitzen nach vorliegenden Informationen derzeit in der Todeszelle. Die meisten Todesurteile liegen schon einige Jahre zurück, die Betroffenen befinden sich dennoch in ständiger Gefahr, hingerichtet zu werden.
Briefvorschlag und Forderungen
Sehr geehrter Herr Minister
Samar Sa’ad Abdullah droht die Hinrichtung. Am 15. August 2005 wurde sie in Bagdad wegen Mordes an ihrem Onkel, dessen Frau und einem der Kinder des Ehepaares zum Tode verurteilt. Ein Kassationsgericht bestätigte das Urteil am 26. Februar 2007. Während des Prozesses hatte Samar Sa’ad Abdullah wiederholt ihre Unschuld beteuert und angegeben, ihr «Geständnis» unter Folter in Polizeigewahrsam gemacht zu haben.
Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe im Irak im August 2004 können Menschen wegen Gefährdung der inneren Sicherheit, Mord, Drogenhandel und Entführung zum Tode verurteilt werden. Zwischen 2004 und Ende 2009 wurden mindestens 255 Menschen hingerichtet. Rund 1’300 Menschen sitzen nach vorliegenden Informationen derzeit in der Todeszelle. Die meisten Todesurteile liegen schon einige Jahre zurück, die Betroffenen befinden sich dennoch in ständiger Gefahr, hingerichtet zu werden.
Ich bin sehr besorgt über diese Situation und fordere Sie deshalb dazu auf, alle verhängten Todesurteile umzuwandeln und ein Hinrichtungsmoratorium zu erlassen, um eine Abschaffung der Todesstrafe einzuleiten. Insbesondere bitte ich Sie, das gegen Samar Sa’ad Abdullah verhängte Todesurteil nicht zu vollstrecken. Zudem muss eine Untersuchung der von Samar Sa’ad Abdullah vorgebrachten Foltervorwürfe unverzüglich in die Wege geleitet werden.
Hochachtungsvoll
Höflich formulierter Brief an:
His Excellency Nuri Kamil al-Maliki
Prime Minister
Senden Sie bitte Ihr Schreiben an die irakische Botschaft und bitten Sie sie um Weiterleitung an den Ministerpräsidenten:
Botschaft der Republik Irak
S. E. Herrn Hussain Mahmood Fadhlalla Alkhateeb
Pacelliallee 19 – 21
14195 Berlin
Fax: 0049 (0)30 8148 8222
E-Mail: info@iraqiembassy-berlin.de
Kopie an:
Botschaft der Republik Irak
Elfenstrasse 6
3006 Bern
Fax: 031 351 83 12
E-mail: irak-Ambassy@gmx.ch
Dieser Brief ist Teil der Briefe gegen das Vergessen vom März 2011 | Zurück zur Übersicht März 2011| Word-Dokument herunterladen | E-Mail Alert für «Briefe» abonnieren

