Sehr geehrter Herr Präsident
Bereits im September 2003 bescheinigte der Oberste Gerichtshof im Jemen Fatima Hussein Badi, dass sie ihren Ehemann nicht umgebracht hat. Die im Februar 2001 verhängte Todesstrafe wurde in eine Haftstrafe von vier Jahren umgewandelt. Doch Fatima Hussein Badi sitzt heute noch immer in der Todeszelle.
Sie und ihr Bruder Abdullah wurden 2000 festgenommen und später wegen Mordes angeklagt. Um Fatima Hussein Badi zu einem «Geständnis» zu zwingen, führten ihr die Ermittler während der Verhöre ihren Bruder Abdullah mit blutverschmiertem Gesicht vor. Als man drohte, sie zu vergewaltigen, legte ihr Bruder ein «Geständnis» ab – wahrscheinlich um ihr dies zu ersparen. Während der Polizeiverhöre war kein Rechtsbeistand anwesend. Auch seit Verhandlungsbeginn durfte der Anwalt von Frau Fatima Hussein Badi nicht an allen Sitzungen teilnehmen.
Abdullah wurde im Mai 2005 hingerichtet. Fatima droht das gleiche Schicksal.
Deshalb fordere ich
- das Todesurteil von Fatima Hussein Badi aufzuheben und endgültig in eine Haftstrafe umzuwandeln;
- die Todesstrafe vollständig abzuschaffen;
- keine Haft ohne faire Gerichtsverfahren;
- kein staatliches Eingreifen in juristische Verfahren.
Hochachtungsvoll