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Startseite Länder Naher Osten und Nordafrika Libyen Beiträge 2009 Schweizer in Libyen: Solidaritätswelle
Die Schweiz wird ein Lichtermeer

Solidaritätswelle für die beiden Schweizer in Libyen

Rachid Hamdani und Max Göldi am 9. Dezember 2009 in Tripolis. Sie bedanken sich für die Zeichen der Solidarität. © Privat
Rachid Hamdani und Max Göldi am 9. Dezember 2009 in Tripolis. Sie bedanken sich für die Zeichen der Solidarität. | © Privat

Seit dem 3. Dezember 2009 werden auf der Website www.kerzennachlibyen.ch im Minutentakt virtuelle Kerzen angezündet, um den beiden Schweizern in Libyen ein Zeichen der Solidarität zu schicken. Am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, brennen mehr als 10'000 symbolische Kerzen und machen aus der Schweiz ein Lichtermeer. In den letzten Tagen haben Max Göldi und Rachid Hamdani mehr als 4'500 persönliche Grussbotschaften via Internet erhalten. Die Solidaritätswelle breitet sich nicht nur im Internet aus: Zehntausende Postkarten sind auf dem Weg nach Tripolis in die Schweizer Botschaft.

Am 3. Dezember 2009 hat Amnesty International mit Unterstützung der betroffenen Familien eine Web- und Postkartenaktion für die beiden Schweizer gestartet, die mittlerweile seit über 510 Tagen in Libyen festgehalten werden. Die Schweizer Bevölkerung wurde aufgerufen, ein starkes Zeichen der Solidarität zu setzen und Max Göldi und Rachid Hamdani Mut und Zuversicht zurückzugeben.

Das Echo auf den Solidaritätsaufruf ist gross. Im Moment brennen über 10'000 virtuelle Kerzen auf der Website www.kerzennachlibyen.ch als ein unübersehbares Signal an die libyschen Behörden, dass sich in der Schweiz viele Menschen für eine rasche Rückkehr der beiden in die Heimat einsetzen. Mit der Aktion will Amnesty International die Menschenrechte ins Zentrum stellen und den humanitären Appell der betroffenen Familien an die libyschen Behörden unterstützen, Max Göldi und Rachid Hamdani die Heimkehr zu erlauben.

Die grosse Anteilnahme der Bevölkerung zeigt sich auch auf Facebook und in den über 4'500 persönlichen Botschaften, welche über den Online-Nachrichtendienst Twitter direkt an Max Göldi und Rachid Hamdani geschickt wurden. Viele Botschaften fordern die beiden auf, den Mut nicht zu verlieren, und drücken die Hoffnung aus, dass Max Göldi und Rachid Hamdani Weihnachten im Kreise der Familie feiern dürfen.

Die Botschaften kommen an: Max Göldi und Rachid Hamdani zeigten sich sehr ermutigt von der Solidaritätsbekundung. Am Telefon erklärte Max Göldi am 7. Dezember 2009: «Die vielen aufmunternden Botschaften sind Balsam für Rachid und mich und sie geben uns Kraft und Mut, weiter durchzuhalten und die Hoffnung nicht aufzugeben.» Die beiden Schweizer lesen die Twitter-Botschaften mehrmals täglich auf dem Laptop in der Botschaft. Ein Teil der Nachrichten stammen auch von Personen aus dem Bekanntenkreis, mit denen Max Göldi und Rachid Hamdani seit Monaten keinen Kontakt mehr hatten.

Die Solidaritätswelle breitet sich jedoch nicht nur auf dem Internet aus. Aus der ganzen Schweiz wurden schon über 25'000 Solidaritätspostkarten bestellt und verschickt. Zudem verteilen Gruppen von Amnesty International während dem traditionellen Briefmarathon im Dezember weitere 25'000 Postkarten. Während dem Briefmarathon für Menschen in Gefahr gibt es in der ganzen Schweiz öffentliche Schreibstuben auf Strassen, in Schulhäusern, vor Bahnhöfen oder in Kirchgemeinden.

Die ersten Postkarten sind seit vergangenem Freitag auf dem Weg nach Libyen. Gemäss Auskunft der Schweizer Post sollten die Karten in sieben bis zehn Werktagen auf der Schweizer Botschaft in Tripolis eintreffen.

Medienmitteilung veröffentlicht: 10. Dezember 2009
Medienkontakt

Politischer Prozess

Der erste Prozess gegen Max Göldi und Rachid Hamdani war kein faires Verfahren, sondern ein politischer Prozess. Zu diesem Schluss kommt Amnesty International nach der Analyse des Urteils und anhand von Informationen über den Prozessverlauf, welche der Menschenrechtsorganisation vorliegen.

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