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Weltweite Kampagne

«Für ein Leben in Würde»

Mitglieder von zwei indigenen Gemeinschaften in Paraguay demonstrieren für ihre Rechte. © AI
Mitglieder von zwei indigenen Gemeinschaften in Paraguay demonstrieren für ihre Rechte. | © AI

Ziel der Kampagne «Für ein Leben in Würde» ist, weltweit alle Menschenrechtsverletzungen zu beseitigen, welche Armut fördern und fortbestehen lassen.

 

Die Kampagne wurde Ende Mai 2009 lanciert und dauert mindestens sechs Jahre. Sie bekämpft Menschenrechtsverletzungen, welche Mittellosigkeit, Unsicherheit, Ausgrenzung und Diskriminierung, zur Ursache und Folge haben.

Die Kampagne soll die Debatte über Armut voranbringen, so dass
-> alle Akteure die Menschenrechte als zentrales Element im Kampf gegen Armut anerkennen und sich dieser Dimension bewusst sind.
-> sich niemand mehr hinter der Ausrede verstecken kann, dass Armut Schicksal sei und nichts dagegen getan werden könne.

 

Frauen und Armut

Die Kampagne «Für ein Leben in Würde» will insbesondere Frauen ermöglichen, ihre grundlegenden Rechte wahrzunehmen. Heute werden sie häufig aufgrund von Armut, Gewalt und Diskriminierung daran gehindert.

In keiner Gesellschaft sind Frauen vor Gewalt aufgrund ihres Geschlechts vollständig geschützt. Frauen werden regelmässig an der Ausübung ihrer grundlegenden Rechte gehindert. Ein gleichberechtigter Platz neben den Männern in der Gesellschaft wird ihnen verwehrt.

Frauen leisten zwei Drittel der Arbeitsstunden weltweit und produzieren die Hälfte der weltweit verzehrten Nahrung. Trotzdem verdienen sie nur 10 Prozent des weltweiten Einkommens und besitzen weniger als 1 Prozent des weltweiten Vermögens. Im Haushalt, aber auch innerhalb der Gesellschaft, erledigen Frauen auch weiterhin eher untergeordnete Arbeiten als Männer. In dieser Position ist es schwieriger, sich Gehör zu verschaffen. Frauen sind ausserdem aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihrer Religion, wegen einer Behinderung oder ihrem Zivilstand eher Diskriminierung ausgesetzt.


Was sind die Forderungen von Amnesty im Rahmen dieser Kampagne?

Wir verlangen Rechenschaft: Regierungen müssen ihre Verantwortung wahrnehmen und falls nötig zur Rechenschaft gezogen werden können. D.h. es braucht auf internationaler und nationaler Ebene wirkungsvolle Mechanismen, die es allen Menschen erlaubt, die Verletzung ihrer Rechte einzuklagen und falls ihre Rechte verletzt wurden, auch entschädigt zu werden. Es braucht aber auch verbindliche Regeln für Unternehmen, internationale Organisationen und andere Akteure.

Wir verlangen Zugang: Amnesty International wird sich dafür engagieren, dass niemandem das Recht auf Zugang zu seinen Rechten verweigert wird. Menschen, die in Armut leben, dürfen nicht diskriminiert werden, wenn es um den Zugang zu Schule, Gesundheitsversorgung, Nahrung, sauberem Wasser, einem Dach über dem Kopf geht. Aber auch der Zugang zum Justizsystem, zu transparenter und verständlicher Information sowie die Möglichkeit der Teilhabe am politischen Leben muss für alle, auch für die Ärmsten, garantiert sein.

Wir verlangen aktive Mitbestimmung: Den Kampf gegen die Armut können wir nur gewinnen, wenn wir uns gemeinsam mit den von Armut Betroffenen für ihre Rechte einsetzen. Die Betroffenen müssen bei allen Fragen, die ihr Leben und ihre Zukunft betreffen, mitsprechen und mitentscheiden können. Menschen, die Armut aus eigener Erfahrung kennen, wissen am besten, welche Rechte ihnen vorenthalten werden und was es brauchen würde, um ihre Situation zu verbessern. Damit sie gehört und ernst genommen werden, brauchen sie eine deutliche Stimme. Wir können mithelfen, dass ihre Stimme auch gehört wird. Nur wenn die Betroffenen Teil der Lösung sind, wird es gelingen, dass sie ihr Leben selbständig mitgestalten und sich aus Abhängigkeit und Unterdrückung befreien können.

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Kurzbericht Dignity Kampagne
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WSK-Rechte

Armut basiert oft auf der Verletzung von wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechten (wsk-Rechte), für deren Einhaltung sich Amnesty International einsetzt. Mehr Informationen zu den wsk-Rechten