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Nigeria

Sanierungsprojekte zerstören die Lebensgrundlage von 17 000 Menschen

Zwangsräumungen Nigeria
Juwell ist eines von unzähligen obdachlosen Kindern in Port Harcourt, Nigeria | © George Osodi/AI

Die informelle Siedlung Njemanze in Port Harcourt, Nigeria, wurde am 28. August 2008 im Rahmen eines Stadterneuerungsprojekts der staatlichen Behörden demoliert. Um die 17 000 Personen, darunter Frauen, Kinder, Alte und Gebrechliche, blieben nach den Zwangsräumungen ohne Unterkunft und Schutz vor weiteren Menschenrechtsverletzungen zurück.

Die Bewohner der Uferquartiere wurden durch die zuständigen Behörden weder informiert noch konsultiert. Alternative Unterkünfte sind ihnen nie angeboten worden. Zwei Jahre später ist ein Grossteil der ehemaligen Bewohner von Njemanze noch immer obdachlos; so etwa einen Gruppe von Jungen, die heute unter einer Verkehrsbrücke leben. Einige haben in benachbarten Siedlungen Zuflucht gefunden. Doch auch sie haben ihre Habseligkeiten und somit wichtige Lebensgrundlagen verloren und kommen nur mit Müh und Not über die Runden. In besonderer Weise sind Frauen betroffen, denn sie haben ihr Gewerbe häufig in Njemanze selbst betrieben. Da ihnen diese Einkommensquellen nun fehlt, ist es den Eltern oft nicht mehr möglich die Schulgebühren ihrer Kinder zu finanzieren.

Einigen Wohneigentümern von Njemanze versprach man im Vorfeld der Räumungen Entschädigungen. Manche haben jedoch nie eine Vergütung erhalten. Mieter sind von diesem Prozess von vornherein ausgeschlossen worden. Ihnen hat man weder Schadenersatz noch alternative Unterkünfte angeboten.

23. Dezember 2011