Fünf Romafamilien nach Zwangsräumung obdachlos
Fünf Romafamilien sind nach einer Zwangsräumung eines von ihnen bewohnten Hauses in Belgrad obdachlos. Dabei handelt es sich um die aktuellste einer ganzen Reihe solcher Zwangsräumungen.
20 Personen, darunter 10 Kinder, wurden von den Behörden aus dem Gebäude an der Skadarska Strasse in der serbischen Hauptstadt vertrieben. Sie waren bereits am 29. Juni 2011 per Gerichtsbeschluss aufgefordert worden, das Grundstück samt all ihrer Habseligkeiten zu verlassen. Eine zuvor auf den 27. Juli angekündigte Zwangsräumung war jedoch verschoben worden, da sich die betroffenen Familien zusammen mit lokalen AktivistInnen wehrten. Sie verlangten von den Behörden alternative Unterkünfte, worauf die Behörden jedoch nicht eingingen.
«Einmal mehr entwurzeln die Behörden Belgrads Romafamilien und treiben sie auf die Strasse, ohne alternative Unterkünfte bereitzustellen,» sagt Nicola Duckworth, der Leiterin des Programms Europa und Zentralasien von Amnesty International.
«Diese unhaltbare Praxis darf nicht weitergeführt werden. Die Behörden müssen Lösungen finden, um angemessene Unterkünfte zu garantieren, damit Romafamilien ihre Kinder in Würde und Sicherheit grossziehen können.»
Eine Betroffene war nach Belgrad geflohen, um der häuslichen Gewalt zu entkommen, der sie in ihrem Herkunftsort im Süden Serbiens ausgesetzt war. Sie sieht sich nun aufgrund der Zwangsräumung gezwungen, in den Süden zurückzukehren.
Seit die serbische NGO «Praxis» von dem Gerichtsbeschluss erfahren hatte, verlangt sie von dem Nationalen Ministerium für Arbeit und Sozialpolitik, sowie von den Behörden Belgrads, die betroffenen Familien mit angemessenen alternativen Unterkünften zu versorgen.
Amnesty International schliesst sich den lokalen NGOs in der Forderung Zwangsräumungen zu stoppen, an und ruft die serbische Regierung dazu auf, ein entsprechendes Gesetz zu erlassen.
Gemäss einem aktuellen Bericht von Amnesty International hat es die Regierung wiederholt unterlassen, Romafamilien vor Zwangsräumungen zu schützen. Die Betroffene verlieren neben ihrem Zuhause oftmals ihren gesamten Besitz und somit ihre Lebensgrundlage.
12. August 2011

