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Die wichtigsten Fakten

Handschellen werden oft für Folterzwecke verwendet © US Dod
Handschellen werden oft für Folterzwecke verwendet | © US Dod

In mindestens 81 Ländern werden heute Menschen gefoltert und misshandelt. Zahlreiche Regierungen setzen Folter gezielt und systematisch gegen ihre eigenen BürgerInnen ein.

© Robin Ballantyne
| © Robin Ballantyne

Was ist Folter und wozu wird Folter angewandt?

Folter wird zur Bestrafung angewandt, zur Erpressung von Geständnissen, zur Erniedrigung oder zur Einschüchterung. Gefoltert wird mit Schlägen, mit Elektroschocks, durch Vergewaltigungen und sexuellen Missbrauch. Menschen werden zur Folter an Händen oder Füssen aufgehängt, fast zum Ersticken gebracht, mit dem Tod bedroht oder bis zum Ertrinken in eiskaltes Wasser getaucht.

Doch auch Misshandlungen wie lang dauernde Einzelhaft, regelmässiger Schlafentzug, die unablässige Einwirkung von grellem Licht oder lauter Musik, stundenlanges Verharren in Stresspositionen oder etwa das Überstülpen von Kapuzen und das Verbinden der Augen gelten als Folter, wenn sie über einen längeren Zeitraum angewandt werden. All diese Methoden werden im «Krieg gegen den Terror» durch die USA und ihre Verbündeten verwendet. Mehr zu Folter im «Krieg gegen den Terror» »

Folter zerstört die Persönlichkeit

Alle Formen von Folter und Misshandlung sind ein Angriff auf die Persönlichkeit und die Menschenwürde des Opfers. Sie zerstören den Kern der menschlichen Würde und hinterlassen seelische Traumata, die lange über die körperlichen Schmerzen und Verletzungen hinaus andauern.

Häufige Auswirkungen von Folter sind Angstzustände, Depressionen, Scham- und Erniedrigungsgefühle, Gedächtnisschwäche, Schlafstörungen und Albträume, körperliche Beeinträchtigungen wie Magenschmerzen, Atem- oder Herzbeschwerden, sexuelle Störungen, Selbstverstümmelungs- und Selbstmordabsichten und soziale Isolierung. Auch die Familien der Opfer sind von den Folgen der Folter betroffen.

Folter ist ein Geschäft

Fesselwerkzeuge wie Handschellen, Fusseisen, Ketten, Daumenfesseln sind die am weitesten verbreitete Ausrüstung der Polizei und anderer Sicherheitskräfte - diese Einsatzmittel werden oft für Folter und Misshandlungen missbraucht. Fesselwerkzeuge sind keine «High-Tech-Ausrüstung», dementsprechend niedrig sind die staatlichen Kontrollen bei deren Herstellung, Handel und Anwendung.

Die Geheimhaltung und das Fehlen von Schutzmassnahmen, Sicherheitsregeln und Kontrollen vereinfachen die Erhältlichkeit solcher Instrumente. Einige Fesselwerkzeuge (z.B. Fusseisen oder gezähnte Daumenfesseln) dienen einzig und allein dem Zweck der Folter - solche «Werkzeuge» müssen grundsätzlich verboten werden.

Seit Anfang der 90er Jahre haben Berichte über die Verwendung von «High-Tech Elektroschockwaffen» für Folterungen zugenommen. Führend sind dabei die USA, aber auch in europäischen Staaten ist die Zahl der Anbieter gestiegen. Häufig werden die Geräte aus Südostasien importiert, teilweise versehen mit dem CE-Siegel der EU, das dem Anwender der Folterwerkzeuge seine Sicherheit garantiert. Die Folterer ihrerseits setzen moderne Elektroschockwaffen gerade deshalb ein, weil diese wenig Spuren hinterlassen, grosse Schmerzen verursachen und einfach zu bedienen sind.

Foltern ist ein Beruf

Menschen werden nicht als Folterer geboren, sie werden zu Folterern gemacht. Gewisse Staaten verfügen über Trainingscamps, in denen Folterer aus dem In- und Ausland unter völliger Geheimhaltung lernen, wie Hinrichtungen, Folterhandlungen, Schläge und Erpressungen durchzuführen sind. Die Folter kann nur beendet werden, wenn nicht nur die Lieferung der «Hardware» unterbunden wird, sondern auch die Ausbildung von «professionellen» Folterern.

Folter basiert auf Diskriminierung und Straffreiheit

Am Anfang der Folter stehen die Diskriminierung und die Straffreiheit für die Täter. Folter bedeutet die Entmenschlichung des Opfers. Sozial, politisch oder ethnisch begründete Diskriminierung ist deshalb meist der erste Schritt zu Folter und Misshandlung.

Rund um den Erdball können Menschen andere Menschen straffrei foltern. Und mehr als von jedem anderen Sachverhalt geht von der Straflosigkeit die Botschaft aus, dass Folter - obwohl verboten - toleriert wird.

In ihrem Engagement gegen die Folter setzt sich Amnesty International deshalb besonders gegen die Straffreiheit der Täter und gegen Diskriminierung ein. Das fordert AI »