Müttergesundheit und Frauenrechte
Alle 90 Sekunden stirbt eine Frau an Komplikationen im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt. Ihr Tod ist nicht Schicksal, sondern die Folge von Frauendiskriminierung, Armut und mangelndem Zugang zu Gesundheitsdiensten.
Der weitaus grösste Teil dieserTodesfälle könnte vermieden werden, wenn mehr Mittel in ein funktionierendes Gesundheitswesen investiert würden, wenn der politische Wille bestünde, auch armen Frauen den Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen zu gewährleisten, und wenn Frauen gleichberechtigt in Entscheidungen über das Gesundheitswesen einbezogen würden.
Das 5. Milleniums-Entwicklungsziel der Vereinten Nationen (MDG 5) will die Müttersterblichkeitsrate bis 2015 drastisch senken und allgemein den Zugang von Frauen und Mädchen zu reproduktiver Gesundheit verbessern. Noch ist die Weltgemeinschaft weit von diesen Zielen entfernt. Um ihnen näher zu kommen, muss die Tatsache beleuchtet werden, dass Frauen bis heute vielerorts ganz grundlegende Menschenrechte verweigert werden: Das Recht auf Leben, das Recht auf Gesundheitsversorgung, das Recht auf selbstbestimmte Sexualität, Schwangerschaft und Mutterschaft.
Amnesty setzt sich mit Kampagnen und Aktionen gegen Menschenrechtsverletzungen ein, die zu unerwünschten Schwangerschaften, zu vermeidbaren Komplikationen während der Schwangerschaft und zu Müttersterblichkeit führen: gegen die frühe Verheiratung von Mädchen, gegen Genitalverstümmelung, gegen sexuelle Gewalt, und für den Zugang zu Information, zu Bildung und zu sexuellen und reproduktiven Gesundheitsdiensten.

