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Amnesty International Schweiz
Startseite Themen Weitere Kindersoldaten Beiträge 2013 Internationaler Tag der Kindersoldaten: Waffenhandel und Kinder im Krieg
Internationaler Tag der Kindersoldaten

Waffenhandel und Kinder im Krieg

Kindersoldaten
Jugendliche und sogar Kinder werden in Mali für den Krieg rekrutiert. | © AI

Wer die Rekrutierung von Kindern stoppen will, muss sich für ein robustes Abkommen zur Kontrolle des internationalen Waffenhandels einsetzen.

Seit Januar 2011 wurden in mindestens 19 Ländern Kinder im Krieg eingesetzt, berichtet die Koalition «Child Soldiers International», bei der Amnesty International beteiligt ist. Eines dieser Länder ist Mali. Amnesty hat dort kürzlich mit Kindersoldaten gesprochen, die von islamistischen Gruppen rekrutiert wurden, die gegen französische und malische Truppen kämpfen.

In der Stadt Diabaly, im Norden der Hauptstadt Bamako, haben mehrere ZeugInnen bestätigt, dass Kinder im Alter von 10 bis 17 Jahren mit den bewaffneten Gruppen waren, die die Region bis vor kurzem kontrollierten. «Diese Kinder trugen Gewehre. Einer von ihnen war so klein, dass er sein Gewehr beim Tragen manchmal am Boden hinterherschleifte.»

Amnesty hat auch Beweise für die Rekrutierung von Kindern durch Milizen der Regierung; doch bis jetzt gibt es keine Hinweise, dass diese KindersoldatInnen auch an der Front eingesetzt wurden.

Keine Waffen für Kindersoldaten!

Da der internationale Waffenhandel bis heute keiner Kontrolle untersteht, können selbst Armeen und bewaffnete Gruppen, die KindersoldatInnen einsetzen, sich problemlos mit Waffen auf dem internationalen Markt eindecken.

Das Waffenhandelsabkommen, das im März in einer Uno-Konferenz von den Staaten verabschiedet werden soll, könnte zu einem wichtigen Instrument im Kampf gegen die Rekrutierung von Kindersoldaten werden.

«Das Waffenhandelsabkommen muss die Lieferung von Waffen verhindern, die für Gewalt gegen Kinder eingesetzt werden», erklärt Brian Wood, Leiter der Kampagne für Waffenkontrolle von Amnesty International. «Es muss verhindert werden, dass Waffen an Armeen und bewaffnete Gruppen geliefert werden, die für Kriegsverbrechen und schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind.»

Kindersoldaten, ein Kriegsverbrechen

Die Rekrutierung und der Einsatz von Kindern unter 15 Jahren im Krieg gilt als Kriegsverbrechen. Die meisten Länder verbieten selbst den Kriegseinsatz von Jugendlichen unter 18 Jahren.

«Leider ist der aktuelle Entwurf des Waffenhandelsabkommens nicht stark genug, um einen wirklichen Unterschied im Kampf gegen die Rekrutierung von Kindern zu machen», bedauert Brian Wood.

In den letzten Jahren dokumentierte Amnesty International den Einsatz von KindersoldatInnen in zahlreichen Ländern – darunter in der D.R. Kongo, Elfenbeinküste, Jemen, Somalia, Sri Lanka, Tschad und Zentralafrika.

Mehr Informationen über das Waffenhandelsabkommen finden Sie hier.

11. Februar 2013

Kindersoldat in Mali

«Wir wurden an die Islamisten verkauft und kamen in eine Gruppe mit anderen bewaffneten Jungs. Die Rebellen schlugen uns. Sie lehrten uns zu schiessen, auf Herz oder Füsse zu zielen. Vor den Kämpfen gab man uns Reis mit weissem und rotem Pulver. Es gab auch Spritzen. Dann konnte ich alles tun. Ich wollte nur noch Feinde töten.»

Bericht eines 16jährigen in Mali, Januar 2013.

Lesen Sie den Amnesty-Bericht (Englisch)