«Briefe gegen das Vergessen» Paul Ndokayi: In Haft gefoltert

Oberst Paul Ndokayi wurde am 27. November 2006 in Kinshasa festgenommen. Er war damals Leiter eines Programms zur Demobilisierung ehemaliger Milizen in der DR Kongo. In der Haft wurde er gefoltert ...

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Oberst Paul Ndokayi wurde am 27. November 2006 in Kinshasa festgenommen. Er war damals Leiter eines Programms zur Demobilisierung ehemaliger Milizen in der DR Kongo. In der Haft wurde er gefoltert und misshandelt. Er wird derzeit in Kinshasas Zentralgefängnis «Centre de Détention et Rééducation de Kinshasa» festgehalten. Die Behörden verweigern ihm die medizinische Behandlung der Verletzungen, die er durch die Folter davongetragen hat.

Einen Tag nach seiner Festnahme wurde Paul Ndokayi nach Kin-Mazière in die Zentrale der Sondereinheit der Polizei gebracht. Dort schlug man fünf Stunden auf ihn ein und folterte ihn. Er wurde an Händen und Füssen mit Schnüren und Ketten gefesselt und zu Boden geworfen. Dann schlug man mit Gurten und Stöcken auf ihn ein, trat ihn gegen den Kopf und stach ihm ein Messer in den Fuss. Als er ohnmächtig wurde, brachten ihn die Folterer wieder zu Bewusstsein, nur um ihm mit einem grossen Stück Holz mehrfach die Hand zu brechen.

Vertreter von Amnesty International besuchten Paul Ndokayi im Juni 2007 im Gefängnis und stellten fest, dass er am ganzen Körper unter starken Schmerzen litt und seine Arme und Hände kaum bewegen konnte. Er klagte über Schmerzen in den Ohren und sagte, dass er aus den Ohren blute und schlecht höre. Oberst Paul Ndokayi ist wie einige andere ehemalige Armeeangehörige wegen «Terrorismusdelikten» angeklagt. Seit Beginn seiner Haft wurde er weder einer Justizbehörde vorgeführt, noch konnte er von seinem Recht Gebrauch machen, seine Inhaftierung vor Gericht anzufechten.


Forderungen der abgeschlossenen Aktion

 

Sehr geehrter Herr Präsident

Oberst Paul Ndokayi wurde am 27. November 2006 in Kinshasa festgenommen. In der Haft wurde er gefoltert und anderweitig misshandelt. Einen Tag nach seiner Festnahme wurde Paul Ndokayi nach Kin-Mazière in die Zentrale der Sondereinheit der Polizei gebracht. Dort schlug man fünf Stunden auf ihn ein und folterte ihn. Er wurde an Händen und Füssen mit Schnüren und Ketten gefesselt und zu Boden geworfen. Dann schlug man mit Gurten und Stöcken auf ihn ein, trat ihn gegen den Kopf und stach ihm ein Messer in den Fuss. Als er ohnmächtig wurde, brachten ihn die Folterer wieder zu Bewusstsein, nur um ihm mit einem grossen Stück Holz mehrfach die Hand zu brechen.

Er wird derzeit in Kinshasas Zentralgefängnis «Centre de Détention et Rééducation de Kinshasa» festgehalten. Die Behörden verweigern ihm die medizinische Behandlung der Verletzungen, die er durch die Folter davongetragen hat.

Oberst Paul Ndokayi ist wie einige andere ehemalige Armeeangehörige wegen «Terrorismusdelikten» angeklagt. Seit Beginn seiner Haft wurde er weder einer Justizbehörde vorgeführt, noch konnte er von seinem Recht Gebrauch machen, seine Inhaftierung vor Gericht anzufechten.

Ich fordere Sie auf, sehr geehrter Herr Präsident, zu veranlassen, dass Paul Ndokayi umgehend medizinisch versorgt wird und dass die für seine Folterungen Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden. Ich bitte Sie, dass man ihn sofort freilässt oder umgehend ein Gerichtsverfahren eingeleitet.

Hochachtungsvoll

Dieser Brief ist Teil der «Briefe gegen das Vergessen» von Oktober 2009
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