Demokratische Republik Kongo Neue Massenvergewaltigung ist Folge der Straflosigkeit

27. Juni 2011
Die neuen Massenvergewaltigungen durch Angehörige der kongolesischen Armee sind in den Augen von Amnesty International die Folge des Versagens der Regierung, Verantwortliche von Menschenrechtsverletzungen vor Gericht zu bringen.

In der Nacht des 11. Juni 2011 haben Soldaten im nahe der Stadt Fizi in Ostkongo gelegenen Dorf Nyakiele bis zu 100 Frauen vergewaltigt, nachdem sie aus einem Ausbildungscamp desertierten. Die Soldaten waren zuvor aus einer bewaffneten Gruppierung in die kongolesische Regierungsarmee «integriert» worden; Mitglieder dieser bewaffneten Gruppierung waren im Januar 2011 bereits an einer Massenvergewaltigung in der gleichen Gegend beteiligt.

Kultur der Straflosigkeit

Für Amnesty International ist die erneute Massenvergewaltigung Ausdruck einer Kultur der Straflosigkeit, die aus der Unfähigkeit und dem Unwillen der kongolesischen Regierung, Mitglieder der eigenen Streitkräfte und bewaffneter Gruppen für Verstösse gegen das internationale Recht zur Rechenschaft zu ziehen, entstammt. Die Menschenrechtsorganisation fordert deshalb einmal mehr mit Nachdruck, nun endlich wirksame Massnahmen einzuleiten und die Vergewaltigungen und Verbrechen in Nyakiele und anderen Orten Ostkongos umgehend und umfassend zu untersuchen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

Details zum Vorfall in der internationalen Pressemeldung (englisch)