Elfenbeinküste Massaker und Übergriffe müssen untersucht werden

Die Nachrichten aus der Elfenbeinküste lassen vermuten, dass sich sowohl Pro-Ouattara- als auch Pro-Gbagbo-Kräfte in den letzten Wochen schwere Menschenrechtsverletzungen zu Schulden kommen liessen. Amnesty International fordert eine umfassende Aufklärung und ist selber daran, den Berichten nachzugehen.

Gbagbo-Anhänger in Abidjan. © Demotix

Besonders beunruhigt ist Amnesty über die Berichte über Massaker in der im Westen der Elfenbeinküste gelegenen Stadt Duékoué. Die Menschenrechtsorganisation ruft sowohl die Truppen des abgewählten Präsidenten Gbagbo als auch diejenigen des Wahlsiegers Ouattara auf, das humanitäre Völkerrecht zu respektieren und alle Vorkehrungen zu treffen, um zivile Opfer zu vermeiden.

Am 4. April haben Truppen der Uno sowie Frankreichs gestützt auf die Resolution 1975 des Uno-Sicherheitsrates in die Kämpfe in Abidjan eingegriffen. Sie sind aufgerufen, den Schutz der Zivilbevölkerung ins Zentrum ihres Mandats zu stellen.

Amnesty International begrüsst den Beschluss des Uno-Menschenrechtsrates vom 25. März, die seit den Präsidentschaftswahlen im November 2010 begangenen Menschenrechtsverletzungen zu untersuchen. Diese müssen dazu führen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Das Amnesty-Team vor Ort hat die Ergebnisse seiner Untersuchungen in einem Mission-Report (engl.) zusammengetragen.

5. April 2011