Brief gegen das Vergessen: Ebrima Manneh Gambia: Journalist seit fünf Jahren rechtswidrig gefangen gehalten

Der Journalist Ebrima Manneh wurde am 11. Juli 2006 in den Redaktionsräumen der Zeitung Daily Observer, mutmasslich von Angehörigen des Geheimdienstes, festgenommen. Seitdem ist er in Haft. Sowohl der Geheimdienst als auch die gambische Regierung bestreiten jedoch jegliche Beteiligung an der Festnahme und Inhaftierung des Journalisten.

Ebrima Manneh. © Privat

Gambische JournalistInnen setzten sich seit der Festnahme von Ebrima Manneh für die Aufklärung des Schicksals ihres Kollegen ein.

Im Juni 2007 reichte die Medienstiftung für Westafrika (MFWA) Klage beim Gericht der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) ein. Ein Jahr später erklärte das Gericht die Festnahme und Inhaftierung von Ebrima Manneh für rechtswidrig und forderte die gambischen Behörden auf, den Journalisten umgehend freizulassen. Zudem wies das Gericht die Behörden an, Ebrima Manneh eine Entschädigung in Höhe von 100'000 US-Dollar zu zahlen.

Die Gründe für die Festnahme sind bis heute nicht bekannt. Einige Quellen gehen davon aus, dass es eine Meinungsverschiedenheit zwischen Ebrima Manneh und dem Herausgeber der Zeitung, einem engen Verbündeten von Präsident Yahya Jammeh, gab. Andere Quellen sprechen hingegen davon, dass Ebrima Manneh festgenommen worden sein könnte, weil er im Vorfeld des Gipfeltreffens der Afrikanischen Union im Juli 2006 Informationen an einen ausländischen Journalisten gegeben haben soll.

Nach vorliegenden Informationen wurde Ebrima Manneh im Juli 2007, ein Jahr nach seiner Festnahme, wegen Bluthochdrucks im Krankenhaus „Royal Victoria Teaching Hospital“ in der Hauptstadt Banjul behandelt. Eine Eingreiftruppe der Polizei soll ihn dorthin gebracht haben. Aber auch danach bestritten sowohl der Polizeipräsident als auch der Informationsminister, etwas über die Festnahme des Journalisten zu wissen.


Diese Briefaktion ist abgeschlossen.

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