Gambia 67 Organisationen fordern Hinrichtungsstopp

7. September 2012
Amnesty International und 66 Organisationen aus Westafrika und der ganzen Welt verurteilen die neun Hinrichtungen, die vor zwei Wochen in Gambia stattfanden.

Das Innenministerium von Gambia hat am 27. August die Hinrichtungen bestätigt. Wenige Tage vorher hatte der gambische Präsident Jammeh angekündigt, dass «alle Todesstrafen bis Mitte September vollzogen» werden müssten.

Unfaire Verfahren, politische Verurteilungen

Damit sind mindestens 38 Gefangene in akuter Gefahr, hingerichtet zu werden. Viele wurden in unfairen und politisch motivierten Verfahren verurteilt – internationale Standards wie das Recht auf Verteidigung wurden dabei verletzt.

Die Hinrichtung der neun Gefangenen vor zwei Wochen wurden vollzogen ohne die Gefangenen, ihre Familien oder Anwälte im voraus zu informieren. Die Regierung hat die Hinrichtungen erst nach massivem internationalem Druck bestätigt.

Die Furcht vor neuen Hinrichtungen wird noch verstärkt durch die Tatsache, dass die Angehörigen seit zwei Wochen die Gefangenen weder besuchen noch sonst mit ihnen kommunizieren können.

Massive internationale Kritik

Das Vorgehen von Gambia hat einen internationalen Aufschrei und Kritik provoziert. Die Hinrichtungen bedeuten eine schwere Verletzung von internationalen Verpflichtungen Gambias. Ausserdem stehen sie in einem krassen Widerspruch zum klaren Trend in Afrika, die Todesstrafe abzuschaffen.

Seit 2000 haben zahlreiche Staaten die Todesstrafe abgeschafft (Elfenbeinküste, Senegal, Togo, Buruni, Gabon, Rwanda) und weitere Staaten haben wichtige Schritte in diese Richtung unternommen (Ghana, Benin).

Stoppt die Exekutionen!

Amnesty International und 66 weitere Organisationen der Zivilgesellschaft in Westafrika und der ganzen Welt fordern die Regierung in Gambia auf, keine weiteren Hinrichtungen vorzunehmen sowie einen allgemeinen Hinrichtungsstopp zu beschliessen.

Zudem sollen die Überreste der Hingerichteten den Familien übergeben werden, damit diese Beerdigungen durchführen können.

Lesen Sie die vollständige Erklärung (auf Englisch) mit der Liste der unterzeichnenden Organisationen.

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