Gambia: Briefaktion für Ebrima B. Manneh Journalist seit Jahren ohne Anklage inhaftiert

Briefe gegen das Vergessen September 2015
Der Journalist Ebrima B. Manneh wurde am 11. Juli 2006 in den Redaktionsräumen der regierungsnahen Zeitung «Daily Observer» mutmasslich von Angehörigen des gambischen Geheimdiensts «National Intelligence Agency» (NIA) festgenommen. Der NIA bestritt anschliessend jedoch jegliche Beteiligung an der Festnahme von Ebrima B. Manneh.

Ebrima B. Manneh © PrivatBerichte deuten darauf hin, dass er sich auf der Polizeistation in Fatoto im Osten Gambias ohne Anklage in Haft befindet. Zudem soll eine Eingreiftruppe der Polizei ihn Ende Juli 2007 zum Krankenhaus Royal Victoria Teaching Hospital in der gambischen Hauptstadt Banjul gebracht haben, wo er wegen Bluthochdrucks behandelt worden sein soll. Dennoch haben sowohl der Polizeipräsident als auch der Informationsminister angegeben, weder an der Festnahme des Journalisten beteiligt gewesen zu sein, noch über Informationen zu dieser zu verfügen.

Am 5. Juni 2008 erklärte das Gericht der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS (Economic Community of West African States) die Festnahme und Inhaftierung von Ebrima B. Manneh für rechtswidrig und forderte die gambischen Behörden auf, den Journalisten umgehend freizulassen. Zudem wies das Gericht die Behörden an, Ebrima B. Manneh eine Entschädigung in Höhe von 100.000 US-Dollar zu zahlen. Im Mai 2009 erklärte die UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen in einem Schreiben an die gambische Regierung, dass die Festnahme von Ebrima B. Manneh und seine anhaltende Inhaftierung ohne Rechtsgrundlage einen Verstoss gegen das Völkerrecht darstelle. Die Regierung reagierte jedoch nicht darauf.

Briefvorschlag und Forderungen

Sehr geehrte Frau Aussenministerin

Der Journalist Ebrima B. Manneh wurde am 11. Juli 2006 in den Redaktionsräumen der regierungsnahen Zeitung «Daily Observer» mutmasslich von Angehörigen des Geheimdiensts NIA festgenommen.
Berichte deuten darauf hin, dass er sich auf der Polizeistation in Fatoto im Osten Gambias ohne Anklage in Haft befindet. Dennoch haben sowohl der Polizeipräsident als auch der Informationsminister angegeben, weder an der Festnahme des Journalisten beteiligt gewesen zu sein, noch über Informationen zu dieser zu verfügen.
Am 5. Juni 2008 erklärte das Gericht der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS die Festnahme und Inhaftierung von Ebrima B. Manneh für rechtswidrig und forderte die gambischen Behörden auf, den Journalisten umgehend freizulassen. Zudem wies das Gericht die Behörden an, Ebrima B. Manneh eine Entschädigung in Höhe von 100.000 US-Dollar zu zahlen.
Im Mai 2009 erklärte die UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen in einem Schreiben an die gambische Regierung, dass die Festnahme von Ebrima B. Manneh und seine anhaltende Inhaftierung ohne Rechtsgrundlage einen Verstoss gegen das Völkerrecht darstelle. Die Regierung reagierte jedoch nicht darauf.

Ich bin sehr besorgt über diese Situation und bitte Sie sicherzustellen, dass der Aufenthaltsort von Ebrima B. Manneh öffentlich gemacht wird.
Zudem fordere ich Sie auf, für die sofortige und bedingungslose Freilassung des Journalisten zu sorgen, da es sich bei ihm um einen gewaltlosen politischen Gefangenen handelt.

Hochachtungsvoll

Höflich formulierter Brief an 

Neneh MacDouall-Gaye
Minister of Foreign Affairs, Ministry of Foreign Affairs
Banjul Capital Office – 4, Marina Parade
Banjul
GAMBIA
Fax: 00 220 – 42 27 91 7
E-Mail:
Anrede: Sehr geehrte Frau Aussenministerin

... und auch an:

Mama Fatima Singhateh, Minister of Justice and Attorney General Chambers
Ministry of Justice and Attorney General Chambers
Marina Parade, Banjul, Gambia
E-mail:
Anrede: Sehr geehrte Frau Ministerin

President Macki Sall (Senegal)
60, Yakubu Gowon Crescent
Asokoro District P.M.B., 401 Abuja
Nigeria
Fax : +234 31 43 005
Anrede: Sehr geehrter Herr Präsident

Kopie an

Ambassade de la République de Gambie
Rue Saint Lazare 117
75008 Paris
France
Fax: 00331 - 53 04 05 99
E-Mail:
→ wahrscheinlich eher: