Mauretanien: Briefaktion für vierzehn Häftlinge Vierzehn Häftlinge Opfer von Verschwindenlassen

Am 23. Mai 2011 wurden 14 Häftlinge des Zentralgefängnisses in der mauretanischen Hauptstadt Nouakchott aus ihren Zellen geholt. Seither sind sie verschwunden. Die Männer waren wegen terroristischer ...

Mauretanien Kleider Ausgehändigte Gegenstände eines Verschwundenen © Amnesty International

Am 23. Mai 2011 wurden 14 Häftlinge des Zentralgefängnisses in der mauretanischen Hauptstadt Nouakchott aus ihren Zellen geholt. Seither sind sie verschwunden. Die Männer waren wegen terroristischer Vergehen inhaftiert. Mindestens sechs von ihnen hatten Amnesty International zuvor berichtet, dass sie gefoltert worden seien und keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand, ihrer Familie oder ärztlicher Versorgung hatten.

Um drei Uhr nachts sollen Sicherheitskräfte mit verhüllten Gesichtern in das Gefängnis gekommen sein. Berichten zufolge hatten sie eine Liste bei sich. «Sie lasen nacheinander die Namen vor und forderten die Gefangenen auf, mitzukommen. Niemand wusste warum», sagte ein Mitgefangener Amnesty International. Angehörige der Militärpolizei nahmen die 14 Männer daraufhin mit.

Ohne weitere Erklärung wurden den Familienangehörigen der Männer einen Monat später deren persönliche Gegenstände ausgehändigt, darunter Matratzen, Kleidung und Bücher.

Nach mehr als zwei Jahren der Ungewissheit haben die Familien der 14 Männer vor kurzem Briefe von ihnen erhalten. Allerdings weigern sich die Behörden weiterhin, Informationen über den Verbleib der Männer und den Grund ihres Verschwindens preiszugeben. Amnesty-Mitarbeiter Gaëtan Mootoo hat sich kürzlich mit den Familien getroffen: «Wir konnten ihnen ihre Verzweiflung ansehen. Viele haben aus Angst um ihre Angehörigen kaum ein Wort herausgebracht.»


Diese Briefaktion ist abgeschlossen.

Dieser Brief ist Teil der Briefe gegen das Vergessen vom März 2014 | Word-Version herunterladen | E-Mail Alerts für «Briefe» abonnieren