Über 100'000 Menschen wurden im Mai 2011 aus Abyei vertrieben. © Carsten Stormer
Über 100'000 Menschen wurden im Mai 2011 aus Abyei vertrieben. © Carsten Stormer

Sudan, Südsudan Zerstörung und Vertreibung in Abyei

20. Dezember 2011
Nachdem im Mai 2011 Kämpfe in der an der Grenze zum Südsudan gelegenen, umstrittenen Region Abyei ausgebrochen sind, sind über 100'000 Personen und damit fast die gesamte Bevölkerung der Region vertrieben worden.  Amnesty-Delegierte trafen auf entleerte Städte und Dörfer, die weitgehend zerstört sind.

Als erster NGO gelang es Amnesty International Ende November, die kriegsversehrte Region zu besuchen. Die Amnesty-Delegierten fanden die Stadt Abyei und die umliegenden Dörfer zum Teil bis auf die Grundmauern niedergebrannt vor. Die Bevölkerung wurde in Lager im Südsudan vertrieben, wo sie unter unwürdigen Umständen leben.

Die Vorfälle in Abyei wurden bis jetzt nicht angemessen untersucht. Deshalb ist noch immer unklar, wie viele Menschen verwundet oder getötet wurden.

Amnesty International fordert von der Uno, dass sie eine gründliche Untersuchung durchführt und alle Dokumente öffentlich macht, welche Uno-Angehörige während und nach dem Angriff auf Abyei gesammelt haben.

Friedenssoldaten der Uno-Mission im Sudan (UNMIS) waren in Abyei stationiert, als die Gewalt und Zerstörung stattfand. Doch sie unterliessen es, wirkungsvolle Massnahmen zu treffen, um den Angriff zu verhindern. Ehemalige Angehörige der UNMIS haben Amnesty International berichtet, dass es einen Entscheid gegeben habe, militärisch nicht zu intervenieren, da die sudanesische Armee besser ausgerüstet gewesen sei.

 

Zur internationalen Pressemitteilung (engl.)

Zum Report der Amnesty-Delegation (engl.)