Sudan: Briefmarathon 2012 Mitglieder der Jugendbewegung «Girifna» eingesperrt und gefoltert

Eingesperrt, gefoltert, bedroht und eingeschüchtert wegen ihres Einsatzes für Freiheit und Demokratie.

Im Februar 2011 wurde die Kunststudentin und «Girifna»-Aktivistin Safia Ishaag von Mitarbeitern des Geheimdienstes verschleppt, bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen und brutal vergewaltigt. Nach ihrer Freilassung schilderte sie die erlittene Gewalt in einem Video, und stellte es ins Internet. Die 26-Jährige wurde daraufhin so massiv bedroht, dass sie ins Ausland fliehen musste. Mehrere JournalistInnen, die über das Schicksal von Safia Ishaag berichteten, wurden verhaftet.

Auch andere «Girifna»-AktivistInnen wurden Opfer staatlicher Unterdrückung. In den vergangenen Monaten wurden ihre Laptops und andere Materialien konfisziert und friedliche Demonstrationen gewaltsam aufgelöst. Viele Mitglieder der Jugendbewegung wurden willkürlich festgenommen und wochenlang ohne Anklage inhaftiert. Dabei durften sie weder zu ihren Familien noch zu Anwälten Kontakt aufnehmen. Einige von ihnen wurden in der Haft misshandelt und gefoltert. Dennoch setzt sich «Girifna» weiterhin für Menschenrechte, freie Meinungsäusserung, Religionsfreiheit und die Rechte der Frauen im Sudan ein, dies vor allem mit öffentlichen Aktionen, um die Menschen auf der Strasse zu erreichen.

Die Jugendbewegung «Girifna» («Wir haben es satt») protestiert seit 2009 gewaltfrei gegen die Regierung von Präsident Omar al-Bashir. Sie wurde von einer Gruppe von Studierenden im Vorfeld der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2010 gegründet. Die Mitglieder forderten die Teilnahme von Oppositionsparteien an den Wahlen. Danach wurden die Mitglieder von «Girifna» vom sudanesischen Geheimdienst gezielt ins Visier genommen. Seit den Massendemonstrationen im Zuge des «Arabischen Frühling» 2011 hat sich die Repression weiter verstärkt.


Forderungen der abgeschlossenen Aktion an den sudanesischen Innenminister

  • die willkürlichen Verhaftungen, Folterungen und andere Misshandlungen sowie Einschüchterung und Bedrohung gegen «Girifna»-AktivistInnen sofort zu beenden
  • und dafür zu sorgen, dass ihre Rechte auf freie Meinungsäusserung und Versammlungsfreiheit respektiert werden.

Diese Briefaktion ist Teil des Briefmarathons 2012