Südafrika: Briefaktion Noxolo Nogwaza Verbrechen an LGBTI-Aktivistin noch immer nicht gesühnt

Noxolo Nogwaza wurde in den frühen Morgenstunden des 24. April 2011 auf ihrem Nachhauseweg getötet. Sie war mit Freunden ausgegangen. Der oder die Angreifer vergewaltigten die 24-Jährige, schlugen ...

Noxolo Nogwaza Noxolo Nogwaza © privat

Noxolo Nogwaza wurde in den frühen Morgenstunden des 24. April 2011 auf ihrem Nachhauseweg getötet. Sie war mit Freunden ausgegangen. Der oder die Angreifer vergewaltigten die 24-Jährige, schlugen sie mehrmals und stachen auf sie ein – allem Anschein nach, weil sie lesbisch war. Dann warfen sie ihre Leiche in einen Graben. Zwei Jahre nach ihrem Tod sind bei den Ermittlungen keine Fortschritte zu verzeichnen und ihr(e) Angreifer befinden sich noch auf freiem Fuss.

Noxolo Nogwaza wohnte im Township KwaThema östlich von Johannesburg. Dort starb sie auch. Sie war ein aktives Mitglied des lokalen Ekurhuleni Pride Organising Committee, einer Organisation, die sich für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern und Intersexuellen (LGBTI) einsetzt.

Als LGBTI-Aktivistin kannte Noxolo das Risiko, offen als lesbische Frau zu leben. Homophobie und Hassverbrechen gegen LGBTIs sind in Südafrika an der Tagesordnung, insbesondere in Townships und ländlichen Gegenden. In den vergangenen sechs Jahren sind mindestens elf lesbische Frauen in südafrikanischen Townships vergewaltigt und ermordet worden.

Die scheinbare Gleichgültigkeit der südafrikanischen Polizei in diesen Fällen ist ebenfalls nicht ungewöhnlich. Tiefsitzende homophobe Haltungen innerhalb der südafrikanischen Gesellschaft bestehen auch innerhalb des Polizeicorps. LGBTIs werden häufig ein weiteres Mal diskriminiert, wenn sie nach Angriffen bei Polizeibeamten und medizinischem Personal Hilfe suchen. Die Polizei in Tsakane, die mit dem Mordfall Noxolo Nogwaza betraut war, versäumte es offensichtlich, wichtiges Beweismaterial aufzunehmen. Solches Polizeiversagen führt zur Straffreiheit der Täter von Hassverbrechen und zu wachsender Unsicherheit in der LGBTI-Gemeinschaft.



Diese Briefaktion ist abgeschlossen

 

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