Der Bericht dokumentiert Fälle von exzessiver Gewalt, die bei Verhaftungen angewendet wurde. © AI
Der Bericht dokumentiert Fälle von exzessiver Gewalt, die bei Verhaftungen angewendet wurde. © AI

Südsudan Sicherheitskräfte müssen zur Verantwortung gezogen werden

21. Februar 2013
In Südsudans westlichem Bundesstaat Bahr al-Ghasal nehmen die Spannungen weiter zu, seit im vergangenen Dezember Sicherheitskräfte auf Demonstranten schossen und zahlreiche mutmassliche Oppositionelle verhaftet wurden, schreibt Amnesty International in einem neuen Bericht. Gemäss Amnesty sind bei den Unruhen bisher 24 Menschen gestorben und mehr als 60 verletzt worden.

Seit den Unruhen im Dezember 2012 wurden Dutzende von Leuten, die als Opponenten der staatlichen Politik gelten, willkürlich verhaftet und der Anstiftung zu den Demonstrationen angeklagt. Gegen sie sollen noch im Februar Gerichtsverhandlungen stattfinden, während seitens der Sicherheitskräfte bisher niemand für die teils tödlichen Schüsse auf Demonstranten zur Verantwortung gezogen wurde. Amnesty International kritisiert, die Behörden hätten die Vorkommnisse nicht angemessen untersucht.

Der Bericht dokumentiert auch Fälle von exzessiver Gewalt, die bei Verhaftungen angewendet wurde. So hielten etwa am 31. Dezember 2012 drei Wagen voller Angehöriger der Sicherheitskräfte vor dem Haus eines früheren Bezirksbeamten, schlugen und bedrohten Familienangehörige und zerschlugen das Mobiliar, um ihn zu finden.

Amnesty International fordert die südsudanesische Regierung auf, die Tötungen und Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit den Protesten seit Dezember 2012 zu untersuchen und zu gewährleisten, dass alle Schuldigen vor Gericht kommen.

Hintergrund

Am 8. und 9. Dezember 2012 töteten Sicherheitskräfte bei der gewaltsamen Auflösung von Strassenblockaden und Demonstrationen in  Wau im westlichen Bundesstaat Bahr al-Ghasal 11 Menschen. Die Proteste waren ausgebrochen, nachdem Pläne der Regierung bekannt geworden waren, den Sitz der Bezirksbehörden von Wau in den Nachbarort Bagari zu verlegen.