Satellitenbild des im März 2017 niedergebrannten Dorfs Wau Shilluk und des benachbarten IDP-Camps © DigitalGlobe 2017, NextView License
Satellitenbild des im März 2017 niedergebrannten Dorfs Wau Shilluk und des benachbarten IDP-Camps © DigitalGlobe 2017, NextView License

Südsudan Systematische Tötungen, Vertreibungen und Zerstörungen in der Region Upper Nile

21. Juni 2017
Zehntausende von Zivilpersonen sind in der südsudanesischen Region Upper Nile zwischen Januar und März 2017 vertrieben worden, nachdem die Regierungsarmee ihre Behausungen systematisch beschossen, niedergebrannt und ausgeraubt haben.

Dies ist das Ergebnis von Interviews mit 79 Überlebenden und AugenzeugInnen der Übergriffe, die ein Amnesty-Team mit der Krisenbeauftragten Donatella Rovera in den letzten Monaten durchgeführt und in einem neuen Kurzbericht zusammengetragen hat. 

Betroffen sind Angehörige der ethnischen Minderheit der Shilluk, die vom Regime der Opposition zugerechnet werden. Die systematischen Zerstörungsfeldzüge fallen in eine Offensive der Regierungsarmee und allierter Milizen der Volksgruppe der Dinka. Die meisten der Vertriebenen konnten bis heute nicht zurückkehren. Viele sind in den Sudan geflohen, rund 10'000 Menschen halten sich unter schwierigsten Umständen in einem improvisierten Lager beim Dorf Aburoc auf, wo ein kleines Kontingent von Uno-Friedenstruppen eine genügende Versorgung mit Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser und Medikamenten nicht sicherstellen kann. 

Amnesty International fordert eine hinreichende Ausstattung und Mandatierung der Uno-Kräfte und humanitäre Hilfe, sodass die Vertriebenenen in Sicherheit in ihre Dörfer zurückkehren können. 

Mehr Informationen in der internationalen Medienmitteilung (englisch)