Tschad Immer noch bedroht: Die intern Vertriebenen im Osten Tschads

13. Dezember 2010
Vier Jahre internen Konlikts, internethnischer Auseinandersetzungen und Angriffen bewaffneter Banditen haben Hunderttausende dazu gezwungen, ihre Dörfer im Osten Tschads zu verlassen. Auch heute leben noch rund 170'000 intern Vertriebene in Lagern; die Sicherheitslage ist zu prekär für eine Rückkehr.

Cover: Chad: Still in need of safety: The internally displaced in eastern Chad

«Dieser Ort ist sicherer als unsere Heimatdörfer. Hier gibt es grundlegende Dienste wie Schulen, Gesundheitszentren und Zugang zu Trinkwasser. Wir würden gern zurückkehren, aber die Situation dort ist zu gefährlich. »
Ein Vertreter der intern Vertriebenen im Flüchtlingslager von Koubigou; Juni 2010.

Vier Jahre internen Konlikts, internethnischer Auseinandersetzungen und Angriffen bewaffneter Banditen haben Hunderttausende dazu gezwungen, ihre Dörfer im Osten Tschads zu verlassen. Auch heute leben noch rund 170'000 intern Vertriebene in Lagern; die Sicherheitslage ist zu prekär für eine Rückkehr. Gemäss Angaben der Unohaben erst 48'000  in ihre Dörfer zurückkehren können, dies vor allem in den Regionen von Ouaddaï und Dar Sila.

Neben der prekären Sicherheitslage und den zahlreichen, sich in Umlauf befindlichen Waffen sind es auch der Mangel an grundlegenden Diensten wie Wasserversorgung, Gesundheitsvorsorge und Schule, welche einer Rückkehr im Wege stehen.

Vorgesehener Abzug der MINURCAT

Zwar sind Menschenrechtsverletzungen durch Angehörige tschadischer und sudanesischer bewaffneter Gruppen sowie der tschadischen Sicherheitskräfte einschliesslich der Rekrutierung von KindersoldatInnen und sexueller Übergriffe nach wie vor an de Tagesordnung. Die Präsenz der Mission der Uno in der Zentralafrikanischen Republik und im Tschad (MINURCAT) hat jedoch immerhin dazu geführt, dass die Häufigkeit der Übergriffe und Menschenrechtsverletzungen  namentlich in den Flüchtlingslagern zurückgegangen ist.  Der auf Ende 2010 vorgesehene Abzug der MINURCAT lässt befürchten, dass selbst diese bescheidenen Fortschritte wieder gefährdet sind.

Delegation von Amnesty sammelt ZeugInnenaussagen in den Lagern

Im Mai und Juni 2010 war eine Delegation von Amnesty International während drei Wochen vor Ort und haben in sechs Flüchtlingslagern ausführliche Gespräche geführt. Die erhaltenen ZeugInnenaussagen bilden die Basis eines neuen Amnesty-Berichts über die Lage in den Vertriebenenlagern im Osten Tschads: Chad: Still in need of safety: The internally displaced in eastern Chad (pdf, 8 S, 790 KB)

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