Viele Musliminnen und Muslime sind vor der Gewalt der Anti-Balaka-Milizen im Norden von Bangui geflohen © Amnesty International
Viele Musliminnen und Muslime sind vor der Gewalt der Anti-Balaka-Milizen im Norden von Bangui geflohen © Amnesty International

Zentralafrikanische Republik Musliminnen und Muslime zur Aufgabe ihrer Religion gezwungen

21.7.2015
In den «ethnisch gesäuberten» Gebieten der Republik Zentralafrika werden muslimische Rückkehrer gezwungen, ihrer Religion abzuschwören oder sich sogar zum Christentum zu bekehren. Die Uno-Friedenstruppen bieten nicht genügend Schutz.

Allmählich kehren muslimische Familien, die während der Gewaltausbrüche im Jahr 2014 geflohen waren, in ihre Häuser in den westlichen Teilen der Zentralafrikanischen Republik zurück. Doch dort sind sie weitgehend schutzlos der Gewalt und den Racheakten von Anti-Balaka-Milizen ausgeliefert.

Der Amnesty-Bericht «Erased identity: Muslims in ethnically cleansed areas of the Central African Republic» (Ausradierte Identität: Muslime in den ethnisch gesäuberten Gebieten der Zentralafrikanischen Republik) dokumentiert, wie Muslime daran gehindert werden, ihre Religion auszuüben, und wie manche von ihnen sogar unter Todesdrohungen gezwungen werden, sich zum Christentum zu bekehren.

In Gebieten, wo keine Uno-Friedenstruppen die Menschen beschützen, sind Gebete verboten, traditionelle muslimische Kleider dürfen in der Öffentlichkeit nicht mehr getragen werden. Der Wiederaufbau von Moscheen, deren rund 400 im ganzen Land zerstört worden waren, ist nicht erlaubt. Auch in anderen Landesteilen wie Bangui oder Carnot wurden nur wenige Moscheen wieder aufgebaut.

Amnesty International appelliert an die Regierung der Zentralafrikanischen Republik, an die Uno-Friedensmission und an die internationale Gemeinschaft, die gesellschaftliche Wiedereingliederung der zurückkehrenden Muslime in West-Zentralafrika zu unterstützen und die Präsenz der Uno-Friedenstruppen zu verstärken, um Muslime vor den Anti-Balaka-Milizen zu schützen.