Ob sie jemals Gerechtigkeit erfahren wird? Jenabou (rechts) aus dem Dorf Boguera ist eines der Opfer der Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik. In ihrem Dorf wurden Dutzende Einwohner getötet, darunter ihre Eltern. Die Amnesty Researcherin Joanne Mariner traf die damals 11-Jährige im Dezember 2013 nach dem Massaker. «Sie konnte kaum sprechen», sagt Joanne. «Sie wollte mit der Welt um sie herum nichts mehr zu tun haben und zog sich völlig in sich zurück.» © AI
Ob sie jemals Gerechtigkeit erfahren wird? Jenabou (rechts) aus dem Dorf Boguera ist eines der Opfer der Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik. In ihrem Dorf wurden Dutzende Einwohner getötet, darunter ihre Eltern. Die Amnesty Researcherin Joanne Mariner traf die damals 11-Jährige im Dezember 2013 nach dem Massaker. «Sie konnte kaum sprechen», sagt Joanne. «Sie wollte mit der Welt um sie herum nichts mehr zu tun haben und zog sich völlig in sich zurück.» © AI

Zentralafrikanische Republik Kriegsverbrecher bleiben auf freiem Fuss

Medienmitteilung 11. Januar 2017, London/Bern – Medienkontakt
In der Zentralafrikanischen Republik hat die Justiz bei der Verfolgung von Kriegsverbrechern bislang versagt. Mutmassliche Mörder und Vergewaltiger leben unbehelligt in direkter Nachbarschaft zu ihren Opfern.

Amnesty International fordert im Bericht  The long wait for justice: Accountability in Central African Republic (Das lange Warten auf Gerechtigkeit: Verantwortlichkeit in der Zentralafrikanischen Republik), dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Deshalb müsse massiv in den Wiederaufbau des nationalen Justizsystem investiert und der Sondergerichtshof (Special Criminal Court SCC) etabliert werden. 

«Tausende von Opfern von Menschenrechtsverletzungen im ganzen Land warten darauf, dass ihnen endlich Gerechtigkeit widerfährt. Doch die Täter, die schreckliche Verbrechen wie Morde und Vergewaltigungen auf dem Gewissen haben, sind weiterhin auf freiem Fuss. Die Straflosigkeit hat gigantische Ausmasse angenommen und untergräbt die Bemühungen, in der Zentralafrikanischen Republik nachhaltig Frieden zu schaffen», sagte Ilaria Allegrozzi, Researcherin von Amnesty International für Zentralafrika.

«Die tief verwurzelte Straflosigkeit kann nur mit einer umfassenden Reform des nationalen Justizsystems überwunden werden. Es braucht einen Wiederaufbau von Gerichten, Gefängnissen und der Polizeikräfte. In der Zwischenzeit ist eine nachhaltige Finanzierung des Sondergerichtshofs SCC und ein wirksames Zeugenschutzprogramm von zentraler Bedeutung.»

Der Bericht zeigt auf, wie sich Dutzende von Personen, die verdächtig werden, gegen internationales Recht verstossen oder sonstige schwere Menschenrechtsverletzungen begangen zu haben, der Strafverfolgung und ihrer Festnahme entzogen haben. Der Regierung und den Uno-Friedentruppen im Land mangelt es an den nötigen Ressourcen, um wirksam gegen die Straflosigkeit in der Zentralafrikanischen Republik vorzugehen.

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