Kommentar einer Amnesty-Expertin zur Situation in Brasilien

1. Juli 2013
Renata Neder, Menschenrechtsexpertin im Amnesty-Büro in Brasilien, spricht im Audio-Clip über die aktuellen Demonstrationen, die brasilianische Polizei und über Zwangsräumungen im Zusammenhang mit der Fussball-WM.

Die aktuellen Demonstrationen zeigen eines ganz klar: Die brasilianische Polizei ist für den Umgang mit Massendemonstrationen nicht ausreichend geschult. Namentlich kritisiert Amnesty International die Verwendung von Feuerwaffen, die bereits zu mehreren Todesopfern geführt hat. Scharfe Munition dürfte bei solchen Einsätzen auf keinen Fall zur Anwendung kommen. Amnesty International fordert die vorbehaltlose Aufklärung der Todesfälle im Zusammenhang mit den Demonstrationen und die Bestrafung der Schuldigen.

Hintergrund der Demonstrationen, so Renata Neder, sind verschiedenste Aspekte der gegenwärtigen Politik in Brasilien, mit denen die Bevölkerung hochgradig unzufrieden ist. Für die einen geht es vor allem um die Kosten des öffentlichen Verkehrs, für andere um die Qualität der Bildung oder um das Recht auf ein Dach über dem Kopf. Auch gegen die hohen Ausgaben und Zwangsräumungen im Zusammenhang mit der Fussball-WM protestieren immer mehr Menschen.

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