Brasilien: Briefaktion für indigene Gemeinschaft Guarani-Kaiowá Sicherheit einer indigenen Gemeinschaft bedroht

Die Sicherheit von etwa 60 Angehörigen der indigenen Gemeinschaft der Guarani-Kaiowá aus der Gemeinde Apika'y und anderen Ortschaften ist bedroht. Unter ihnen befinden sich auch Kinder. Sie haben am ...

Guarani Kaiowá © Amnesty International

Die Sicherheit von etwa 60 Angehörigen der indigenen Gemeinschaft der Guarani-Kaiowá aus der Gemeinde Apika'y und anderen Ortschaften ist bedroht. Unter ihnen befinden sich auch Kinder. Sie haben am 15. September 2013 eine Zuckerrohrplantage im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul besetzt, die sich ihren Aussagen zufolge auf angestammten Ländereien ihrer Gemeinschaft befindet. Der Gemeinschaft zufolge hat man sie in verschiedenen Konflikten während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von ihrem Land vertrieben. Seit 1999 hatten sie neben einer Schnellstrasse vor der Plantage gelebt.

Seit der Besetzung wird die indigene Gemeinschaft von bewaffneten Mitarbeitern eines privaten Sicherheitsdienstes bedroht, der auf der Plantage tätig ist. Das Sicherheitspersonal soll ihnen mit dem Tod gedroht, Teile ihrer Siedlung niedergebrannt und sie daran gehindert haben, Wasser aus einem Fluss zu holen, der durch die Zuckerrohrplantage fliesst. Einige Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes sind bereits in der Vergangenheit wegen Straftaten angeklagt worden, u. a. in Verbindung mit zwei aktuellen Mordfällen. Die Staatsanwaltschaft hat verlauten lassen, dass das Unternehmen «unbestreitbar rechtswidrige Aktivitäten» durchführe, und die Polizei hat den Sicherheitsdienst im April 2014 schliessen lassen. Dennoch ergehen weiterhin Drohungen gegen die indigene Gemeinschaft.

FUNAI, die Regierungsbehörde für indigene Angelegenheiten in Brasilien, hätte der Gemeinde von Apika'y eigentlich bis zum Jahr 2010 ihre angestammten Ländereien zurückgeben sollen. So wurde es in einem Abkommen festgelegt, das im November 2007 von FUNAI-VertreterInnen, dem Justizminister, der Bundesstaatsanwaltschaft und 23 SprecherInnen indigener Gemeinschaften unterzeichnet worden war.


Briefvorschlag und Forderungen

 
Sehr geehrter Herr Minister

Die Sicherheit von etwa 60 Angehörigen der indigenen Gemeinschaft der Guarani-Kaiowá aus der Gemeinde Apika'y und anderen Ortschaften ist bedroht. Sie haben am 15. September 2013 eine Zuckerrohrplantage im Bundesstaat Mato Grosso do Sul besetzt, die sich auf angestammten Ländereien ihrer Gemeinschaft befindet.

Seit der Besetzung wird die indigene Gemeinschaft von bewaffneten Mitarbeitern eines privaten Sicherheitsdienstes bedroht, der auf der Plantage tätig ist. Einige Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes sind bereits in der Vergangenheit wegen Straftaten angeklagt worden, u. a. in Verbindung mit zwei aktuellen Mordfällen. Die Staatsanwaltschaft hat verlauten lassen, dass das Unternehmen «unbestreitbar rechtswidrige Aktivitäten» durchführe, und die Polizei hat den Sicherheitsdienst im April 2014 schliessen lassen. Dennoch ergehen weiterhin Drohungen gegen die indigene Gemeinschaft.

Bis zum Jahr 2010 hätten der Gemeinde ihre angestammten Ländereien zurückgegeben werden sollen. So wurde es in einem Abkommen festgelegt, das im November 2007 von FUNAI-Vertretern, dem Justizminister, der Bundesstaatsanwaltschaft und 23 SprecherInnen indigener Gemeinschaften unterzeichnet worden war.

Ich bin in grosser Sorge über diese Situation und bitte Sie höflich, sofort eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Drohungen gegen die Angehörigen der indigenen Gemeinschaft der Guarani-Kaiowá aus der Gemeinde Apika'y anzuordnen. Zudem bitte ich um die nötigen Massnahmen, welche die Rechte der indigenen Gemeinschaft auf ihr angestammtes Land sicherstellen.

Hochachtungsvoll,


Höflich formulierter Brief an:

José Eduardo Cardozo
Esplanada dos Ministérios, Bloco "T"
70712-902 – Brasília / DF
BRASILIEN

Fax: 00 55 – 61 20 25 78 03
E-Mail:
Facebook: http://facebook.com/JusticiaGovBr/
Twitter: @JusticiaGovBR

 

Kopie an:

Botschaft von Brasilien
Monbijoustrasse 68
Postfach 1004
3000 Bern 23

Fax: 031 371 05 25
E-Mail:

Dieser Brief ist Teil der Briefe gegen das Vergessen vom Mai 2015 | Word-Version herunterladen | E-Mail Alerts für «Briefe» abonnieren