Jessica Profeta © Amnesty International
Jessica Profeta © Amnesty International

Dominikanische Republik: Briefaktion für Jessica Profeta Willkürlicher Entzug der Staatsangehörigkeit

Briefe gegen das Vergessen April 2018
Jessica Profeta ist 16 Jahre alt und Tochter haitianischer Eltern. 2013 wurde Jessica willkürlich die dominikanische Staatsangehörigkeit entzogen. Von dieser Massnahme betroffen sind Zehntausende Kinder von illegal eingewanderten HaitianerInnen. Sie alle sind heute staatenlos.

Jessica Profeta droht seit einigen Jahren der Verweis von der Schule, da ihr willkürlich die dominikanische Staatsangehörigkeit entzogen wurde. Die Gymnasiastin träumt davon, eine Universität zu besuchen – doch ohne Ausweispapiere rückt dieser Traum in weite Ferne. In fast allen von Amnesty International dokumentierten Fällen staatenloser Personen in der Dominikanischen Republik sahen sich die Betroffenen grossen Hindernissen gegenüber, wenn sie die Schule abschliessen und ein Studium aufnehmen wollten.

Die Diskriminierung reicht bis zu Jessica Profetas Geburt zurück: Ihr Vater bat damals im Krankenhaus viermal um die Geburtsurkunde, die für die Registrierung eines Neugeborenen unverzichtbar ist. Erst vor wenigen Monaten erhielt er endlich das Dokument. Darin ist allerdings ausgewiesen, dass die Betroffene kein Anrecht auf die dominikanische Staatsangehörigkeit hat. Da Jessica keine andere Staatsbürgerschaft besitzt, kommt sie dadurch in eine rechtlich unklare Situation.

DominikanerInnen haitianischer Abstammung können die elementarsten Menschenrechte nicht wahrnehmen: Ihnen wird der Zugang zu Bildung, einer formalen Anstellung und angemessener Gesundheitsversorgung verweigert, sie haben keinen Anspruch auf eine Sozialversicherung oder Rente, können ihr Wahlrecht nicht ausüben, keine Ehe schliessen und keine Familie gründen.

BRIEFVORSCHLAG

Sehr geehrter Herr Präsident

Jessica Profeta ist 16 Jahre alt und Tochter haitianischer Eltern. 2013 wurde Jessica willkürlich die dominikanische Staatsangehörigkeit entzogen. Von dieser Massnahme betroffen sind Zehntausende Kinder von illegal eingewanderten HaitianerInnen. Sie alle sind heute staatenlos.

Ihr Vater bat bereits bei der Geburt von Jessica im Krankenhaus um die Geburtsurkunde, die für die Registrierung eines Neugeborenen unverzichtbar ist.
Erst vor wenigen Monaten erhielt er endlich das Dokument. Darin ist allerdings ausgewiesen, dass die Betroffene kein Anrecht auf die dominikanische Staatsangehörigkeit hat. Jessica besitzt keine andere Staatsbürgerschaft und kommt dadurch in eine rechtlich unklare Situation.

DominikanerInnen haitianischer Abstammung können die elementarsten Menschenrechte nicht wahrnehmen: Ihnen wird der Zugang zu Bildung, einer formalen Anstellung und angemessener Gesundheitsversorgung verweigert, sie haben keinen Anspruch auf eine Sozialversicherung oder Rente, können ihr Wahlrecht nicht ausüben, keine Ehe schliessen und keine Familie gründen.

Ich bin sehr besorgt über diese Situation und fordere Sie auf sicherzustellen, dass Jessica Profeta die dominikanische Staatsangehörigkeit zurückerhält und dass ihr umgehend Ausweispapiere ausgestellt werden.
Bitte sorgen Sie dafür, dass dies allen DominikanerInnen haitianischer Herkunft ermöglicht wird.

Hochachtungsvoll
 

Höflich formulierten Brief an den Staatspräsidenten:

Danilo Medina
Palacio Nacional
Avenida México esquina Doctor Delgado
Gazcue, Santo Domingo
República Dominicana

Fax: (0018) 09 682 0827
E-Mail: prensa2@presidencia.gob.do
Facebook: http://facebook.com/PresidenciaRD
Twitter: @PresidenciaRD

Kopie an

Botschaft der Dominikanischen Republik
Weltpoststrasse 4
Postfach 22
3000 Bern 15

Fax: 031 351 15 87
E-Mail: info@embajadadominicana.ch

 

Einen druckfertigen Modellbrief auf Deutsch finden Sie 
auf Seite 5 in diesem Word-Dokument.

 

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