Briefaktion: Norma Cruz Frauenrechtlerin erhält Morddrohungen

Norma Cruz leitet die Frauenrechtsorganisation Fundación Sobrevivientes (Stiftung Überlebende) in Guatemala-Stadt. Die unerschrockene Frau erhält seit 2008 immer wieder Morddrohungen, weil sie sich gegen Gewalt an Frauen und für Gerechtigkeit einsetzt. Auch ihre Tochter und ihr Sohn wurden bedroht.

© Fundación Sobrevivientes

Seit Mai 2009 geht es bei den Drohungen und Einschüchterungen um den Fall eines Mädchens, das mit 14 Jahren vergewaltigt wurde. Die Organisation setzt sich für Aufklärung und die Bestrafung des Täters ein. Eine Tante des Mädchens, die ihre Nichte im Gerichtsverfahren unterstützt hatte, wurde am 19. Juli 2008 ermordet. Die Drohungen gehen per SMS, auf der Mailbox ihres Handys und im Büro der Stiftung ein. Man drohte Norma Cruz sogar schon an, ihr den Kopf eines ihrer Kinder zu schicken. Zum Beispiel am 11. Juni 2010: «Falls du Anzeige erstattest und das öffentlich machst, bist du ein armes Ding, denn dann übergebe ich dir als ersten Kopf den deines faulen Sohnes.»

Am 23. Oktober 2009 nahm die Polizei einen Verdächtigen wegen Morddrohungen gegen Norma Cruz vom 14. Mai und 19. September 2009 fest. Er wurde später aber gegen Kaution wieder auf freien Fuss gesetzt.

Inzwischen stehen Norma Cruz, ihre Angehörigen und das Büro von Fundación Sobrevivientes zwar unter Polizeischutz, doch sie erhalten weiterhin dutzende Todesdrohungen. Die letzte ging am 30. August 2010 ein. Solange die TäterInnen nicht gefasst sind, befindet sie sich in grosser Gefahr. Doch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft kommen nur schleppend voran.


Briefvorschlag und Forderungen

Sehr geehrter Herr Präsident
Sehr geehrter Leiter der Abteilung Menschenrechtsverteidiger bei der Generalstaatsanwaltschaft
Sehr geehrte Frau Generalstaatsanwältin

Die Frauenrechtlerin Norma Cruz erhält seit 2008 immer wieder Morddrohungen. Auch ihr Sohn und ihre Tochter werden bedroht. Norma Cruz leitet die Frauenrechtsorganisation Fundación Sobrevivientes in Guatemala-Stadt.

Seit Mai 2009 geht es bei den Drohungen und Einschüchterungen um den Fall eines Mädchens, das mit 14 Jahren vergewaltigt wurde. Die Organisation setzt sich für Aufklärung und die Bestrafung des Täters ein. Eine Tante des Mädchens, die ihre Nichte im Gerichtsverfahren unterstützt hatte, wurde am 19. Juli 2008 ermordet. Die Drohungen gehen per SMS, auf der Mailbox ihres Handys und im Büro der Stiftung ein.

Ich bin sehr besorgt über die Situation von Norma Cruz und fordere Sie deshalb auf, unverzüglich eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Morddrohungen gegen die Frauenrechtlerin, für die bislang niemand zur Rechenschaft gezogen wurde, einzuleiten. Ich bitte Sie zudem, den 2009 von zivilgesellschaftlichen und staatlichen Stellen vorgelegten Vorschlag für ein nationales Schutzprogramm für MenschenrechtlerInnen umzusetzen. Schliesslich bitte ich Sie sicherzustellen, dass Ermittlungen und die Strafverfolgung bei Gewalt gegen Frauen umfassend und umgehend durchgeführt werden, internationalen Standards entsprechen und die Würde der Betroffenen und ihrer Familien achten.

Hochachtungsvoll

Sie können auch den nebenstehenden Musterbrief auf Spanisch benutzen.


Höflich formulierter Brief an:

Presidente Alvaro Colom
Presidente de la República de Guatemala
Casa Presidencial, 6a. Avenida, 4-18 Zona 1.
Ciudad de Guatemala
GUATEMALA
Fax: (00502) 23 838 390

Jefe de la Unidad de Delitos contra
Activistas de Derechos Humanos del
Ministerio Público
Marco Tulio Escobar
Fiscalía de Sección de Derechos Humanos
Ministerio Público
10ª Calle 10-14, 5º nivel, Zona 1
GUATEMALA
Fax: (00502) 22 306 043

Lic. Claudia Paz y Paz Bailey
Fiscal General de la República y Jefe del Ministerio
Público
15ª Avenida 15-16, Zona 1, Barrio Gerona
Ciudad de Guatemala
GUATEMALA
Fax: (00 502) 24 119 124

Kopie an:

Botschaft der Republik Guatemala
Rue Villebois Mareuil 2;
F - 75017 Paris.
Fax: 00331/ 47 54 02 06
E-Mail: embaguatefrancia@wanadoo.fr