Shackelia Jackson kämpft in den Medien gegen die Straflosigkeit der Tötung ihres Bruders Nakiea Jackson © Amnesty International
Shackelia Jackson kämpft in den Medien gegen die Straflosigkeit der Tötung ihres Bruders Nakiea Jackson © Amnesty International

Jamaika: Briefaktion für Shackelia Jackson Rechtswidrige polizeiliche Tötung ungeklärt

Briefe gegen das Vergessen Juni 2017
Am 20. Januar 2014 wurde Nakiea Jackson in Kingston in der Imbissstube, in der er arbeitete, von der Polizei erschossen. Trotz vieler Hindernisse und der im jamaikanischen Justizsystem herrschenden Straflosigkeit kämpft seine Schwester Shackelia Jackson weiterhin dafür, die Wahrheit hinter dem Tod ihres Bruders ans Licht zu bringen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

Augenzeugenberichten zufolge kamen am Am 20. Januar 2014 mehrere Polizisten auf der Suche nach einem Mann mit Dreadlocks zu der Imbissstube, und als Nakiea Jackson (der Dreadlocks hat) zur Tür hereinkam, betrat ein Polizist mit einer Waffe den Laden. Es folgten zwei Knallgeräusche, woraufhin der leblose Körper von Nakiea von PolizistInnen aus dem Imbiss und in ein Auto geschleift wurde.

Unmittelbar darauf kam Shackelia Jackson, die Schwester von Nakiea, aus dem benachbarten Haus der Familie in den Imbiss und riegelte den Laden ab. Bald darauf führte die unabhängige Polizeiaufsichtsbehörde vor Ort eine Untersuchung durch. In der Folge wurde Anklage gegen einen Polizisten erhoben. Doch im Juli 2016 wurde eine gerichtliche Anhörung zur Beweisfeststellung abgebrochen, nachdem ein Zeuge nicht wie vereinbart vor Gericht erschien. Seinen Angaben zufolge fürchtete er sich vor Konsequenzen. Dies bedeutet, dass Shackelia Jackson und ihre Familie nun noch länger auf Gerechtigkeit für den Tod von Nakiea Jackson warten müssen.

Zudem werden sie seither von der Polizei eingeschüchtert, offenbar mit dem Ziel, sie von weiteren Schritten abzuhalten. Die Familie berichtet, im Gerichtssaal eingeschüchtert und schikaniert worden zu sein, und dass polizeiliche Durchsuchungen in ihrer Nachbarschaft oft an den Tagen stattfanden, an denen gerichtliche Anhörungen im Fall von Nakiea Jackson angesetzt waren. Trotz dieser Hindernisse und der im jamaikanischen Justizsystem herrschenden Straflosigkeit kämpft Shackelia Jackson weiterhin dafür, die Wahrheit hinter dem Tod ihres Bruders ans Licht zu bringen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

BRIEFVORSCHLAG

Sehr geehter Herr Justizminister

Ich bin in grosser Sorge um die Sicherheit von Shackelia Jackson. Sie ist die Schwester von Nakiea Jackson, der am 20. Januar 2014 in Kingston in der Imbissstube, in der er arbeitete, von der Polizei erschossen wurde. Shackelia Jackson und ihre Familie warten immer noch auf Gerechtigkeit für den Tod von Nakiea Jackson.
Shackelia Jackson wird von der Polizei schikaniert und eingeschüchtert, da sie dafür kämpft, die Wahrheit hinter dem Tod ihres Bruders ans Licht zu bringen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

Bitte treffen Sie in Absprache mit der Familie von Nakiea Jackson wirksame Schutzmassnahmen.
Ich bitte Sie zudem um zusätzliche Mittel für den Special Coroner’s Court für eine umgehende, unabhängige und sorgfältige Untersuchung der rechtswidrigen polizeilichen Tötung von Nakiea Jackson. Ich fordere Sie auf, dafür zu sorgen, dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden, auch diejenigen mit Befehlsverantwortung.

Bitte setzen Sie sich für eine Reform des Strafjustizsystems und für besseren Zugang zu unabhängigen und unparteiischen Gerichten ein, sowie dringend auch für wirksamen Schutz von ZeugInnen und Familienangehörigen vor Einschüchterung und Schikanen im Gerichtssaal.

Hochachtungsvoll
 

Höflich formulierten Brief an den Justizminister:

Delroy Chuck
Ministry of Justice
Commerce Gate
61 Constant Spring Road
Kingston 10
Jamaica

Fax: (00 1) 876 906 7665
E-Mail: delroy.chuck@moj.gov.jm (= korrigiertes Kürzel !!!)
Twitter: @Delroychuckjm

Anrede: Honourable Delroy Chuck, Minister of Justice / Sehr geehrter Herr Justizminister

Kopie an

Ambassade de la Jamaïque
Avenue de France 23
1202 Genève

Fax: 022 738 44 20
E-Mail: info@jamaicamission.ch

 

Einen druckfertigen Modellbrief auf Deutsch finden Sie 
auf Seite 5 in diesem Word-Dokument.

 

Porto: Europa: CHF 1.50 / übrige Länder: CHF 2.00