Abgeschlossene Aktion: Briefe gegen das Vergessen: SINATRAINAL Ermordung eines Gewerkschafters

Als Gustavo Gómez am 21. August 2009 seine Haustür öffnete, standen zwei bewaffnete Männer vor ihm. Sie feuerten zehn Schüsse auf ihn ab, die ihn tödlich verletzten. Gustavo Gómez war Mitglied der ...

Als Gustavo Gómez am 21. August 2009 seine Haustür öffnete, standen zwei bewaffnete Männer vor ihm. Sie feuerten zehn Schüsse auf ihn ab, die ihn tödlich verletzten. Gustavo Gómez war Mitglied der Gewerkschaft der Beschäftigten in der Nahrungsmittelindustrie (Sindicato Nacional de Trabajadores de la Industria de Alimentos – SINALTRAINAL). Im Gegensatz zu anderen Gewerkschaftern scheint Gómez zuvor keine Morddrohungen erhalten zu haben. Seit der Gründung von SINATRAINAL im Jahr 1982 sind mindestens 22 Gewerkschaftsmitglieder getötet worden. Er ist bislang das letzte Opfer.

Allerdings bestehen von Seiten paramilitärischer Gruppen aktuell Morddrohungen gegen die drei führenden Gewerkschaftsmitglieder Luis Javier Correa Suárez, José Domingo Florez und Luís Eduardo García. Am 24. November 2009 erreichte den Präsidenten von SINATRAINAL, Luis Javier Correa, eine Morddrohung per Handy. Das Mobiltelefon war ihm vom Innenministerium und dem Programm für Rechtsschutz überlassen worden. Der Anrufer sagte: «Javier Correa, du hast bis zum 22. Zeit, zurückzutreten. Es wird keinen zweiten Anruf geben.»

Die Behörden haben zwar Sicherheitsmassnahmen ergriffen, um die Gewerkschaftsmitglieder zu schützen. Doch verlangt ein umfassender Schutz auch, dass die Täter strafrechtlich verfolgt werden.

Im Kontext des seit 40 Jahren andauernden bewaffneten Konflikts in Kolumbien werden Gewerkschafter von den Sicherheitskräften und deren paramilitärischen Verbündeten immer wieder beschuldigt, «subversiv» zu sein. Gewerkschaftsmitglieder, die als «subversive Elemente» bezeichnet werden, sind häufig in Gefahr, bedroht oder getötet zu werden. In den letzten zwei Jahrzehnten wurden in Kolumbien über 2000 Gewerkschafter getötet, und 138 gelten als «verschwunden». Alle am Konflikt Beteiligten - Sicherheitskräfte, Paramilitärs, und Guerilla - haben bereits Gewerkschaftsmitglieder getötet.


Forderungen der abgeschlossenen Aktion

 

Sehr geehrter Herr Präsident,

Als Gustavo Gómez am 21. August 2009 seine Haustür öffnete, standen zwei bewaffnete Männer vor ihm. Sie feuerten zehn Schüsse auf ihn ab, die ihn tödlich verletzten. Gustavo Gómez war Mitglied der Gewerkschaft der Beschäftigten in der Nahrungsmittelindustrie (Sindicato Nacional de Trabajadores de la Industria de Alimentos – SINALTRAINAL). Seit der Gründung von SINATRAINAL im Jahr 1982 sind mindestens 22 Gewerkschaftsmitglieder getötet worden. Er ist bislang das letzte Opfer.

Allerdings bestehen von Seiten paramilitärischer Gruppen aktuell Morddrohungen gegen die drei führenden Gewerkschaftsmitglieder Luis Javier Correa Suárez, José Domingo Florez und Luís Eduardo García. Die Behörden haben zwar Sicherheitsmassnahmen ergriffen, um die Gewerkschaftsmitglieder zu schützen. Doch verlangt ein umfassender Schutz auch, dass die Täter strafrechtlich verfolgt werden.

Ich fordere Sie daher auf, sehr geehrter Herr Präsident,

  • eine unabhängige und vollständige Aufklärung der Tötung von Gustavo Gómez sowie aller anderen, gegen Mitglieder von SINALTRAIL Mordrohungen in die Wege zu leiten und deren Ergebnisse zu veröffentlichen
  • dafür zu sorgen, dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden
  • José Domingo Florez, Luis Eduardo García, Luis Javier Correa, ihren Familien sowie anderen Mitglieder von SINALTRAINAL in Absprache mit ihnen Schutz zu gewähren.

Hochachtungsvoll

Dieser Brief war Teil der Briefe gegen das Vergessen vom April  2010|  Zurück zur Übersicht April 2010 | Word-Dokument herunterladen | E-Mail Alert für «Briefe» abonnieren

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