Die vom Konflikt am meisten betroffenen Menschen, haben das Friedensabkommen mehrheitlich angenommen. © Steve Cagan.
Die vom Konflikt am meisten betroffenen Menschen, haben das Friedensabkommen mehrheitlich angenommen. © Steve Cagan.

Kolumbien Präsident Santos erhält Friedensnobelpreis

11. Oktober 2016
In einem historischen Schritt unterzeichnete Juan Manuel Santos, der Staatspräsident Kolumbiens, am 26. September 2016 ein Friedensabkommen mit der FARC-Guerilla. Für das Zustandekommen dieses Abkommens, welchem jahrelange Verhandlungen vorausgingen, wurde Santos der Friedensnobelpreis verliehen.

Das Friedensabkommen mit der FARC sollte dem über 50 Jahre währenden Konflikt in Kolumbien ein Ende setzen. Doch eine knappe Mehrheit von 50,2 Prozent der Stimmbevölkerung lehnte das Abkommen im Plebiszit vom 2. Oktober 2016 ab.

Trotz dem Misserfolg an der Urne darf nicht vergessen gehen, dass über sechs Millionen Kolumbianerinnen und Kolumbianer das Abkommen befürworten. «Obwohl das Abkommen nicht perfekt war, bedeutete es einen konkreten Schritt Richtung Frieden und Gerechtigkeit. Die Unsicherheit, welche der Volksentscheid nun mit sich bringt, setzt Millionen von Kolumbianerinnen und Kolumbianern einem erhöhten Risiko für Menschenrechtsverletzungen aus. Besonders gefährdet sind verletzliche Personengruppen wie indigene, afrokolumbianische und kleinbäuerliche Gemeinschaften», sagt Erika Guevara-Rosas, Amerika-Verantwortliche von Amnesty International.

In diesem Kontext ist die Verleihung des Friedensnobelpreises an Santos ein wichtiger Impuls, um die Konfliktparteien darin zu bestärken, an einer definitiven Konfliktlösung weiterzuarbeiten. Der Entscheid des Nobelpreiskomitees «würdigt nicht nur die Initiative von Präsident Santos und seiner Regierung, sondern auch die Arbeit von vielen Menschen in- und ausserhalb Kolumbiens, die sich für einen Frieden mit Gerechtigkeit einsetzen», sagt Salil Shetty, Generalsekretär von Amnesty International.

Stellungnahme von Amnesty International zum Friedensnobelpreis an Juan Manuel Santos, 7. Oktober 2016 (Englisch)

Stellungnahme von Amnesty International zum Volksentscheid, 2. Oktober 2016 (Englisch)