Schatten eines Bauern, der aus El Tamarindo vertrieben wurde, Dezember 2013 © Amnesty International
Schatten eines Bauern, der aus El Tamarindo vertrieben wurde, Dezember 2013 © Amnesty International

Kolumbien Morde an Menschenrechtsaktivisten werfen Schatten auf Friedensabkommen

12. September 2016
Seit dem Abschluss der Friedensverhandlungen am 24. August 2016 wurden sieben Führungspersonen afrokolumbianischer oder indigener Gemeinschaften ermordet. Die erschreckende Zunahme von Übergriffen auf MenschenrechtsverteidigerInnen kontrastiert stark mit der Aufbruchstimmung und der Hoffnung, die kurz vor der Ratifizierung des Friedensabkommens im Land herrscht.

Néstor Iván Martinez wurde am 11. September von Unbekannten in der Gemeinde Chiriguaná im Departement Cesar erschossen. Der Leader einer sozialen Bewegung war Mitglied des afro-kolumbianischen Gemeinderats von La Sierra, El Cruce und La Estación. Er hatte sich stark für Umwelt- und Landrechte eingesetzt und war dabei auch gegen Bergbau-Aktivitäten aktiv geworden.

Der Mord an Martínez ist nur der letzte in einer Reihe von Morden an MenschenrechtsverteidigerInnen und Gemeinschaftsleadern, seit die kolumbianische Regierung und die FARC-Guerrilla die Beilegung des Konfliktes beschlossen haben.

Gezielte Angrifffe gegen die Zivilgesellschaft

In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden in Kolumbien 35 MenschenrechtsverteidigerInnen ermordet. Die Behörden müssen mit sofortiger Wirkung einschreiten, um der Ermordung von AktivistInnen Einhalt zu gebieten.

Amnesty International hat verschiedentlich betont, dass die Bedrohung für die Menschenrechte in Kolumbien nicht ausschliesslich von den bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den Konfliktparteien, sondern auch von gezielten Angriffen auf die Zivilbevölkerung ausgeht. Manche dieser Angriffe stehen im Zusammenhang mit dem Bestreben verschiedener bewaffneter Gruppen, die Kontrolle über immer mehr Land zu gewinnen – meist betrifft es Land, welches von indigenen oder afrokolumbianischen Gemeinschaften bewohnt wird.

Die kolumbianischen Behörden müssen bedrohte AktivistInnen schützen und Tatverdächtige in einem fairen Verfahren vor Gericht bringen.

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