Friedensgemeinschaft von San José de Apartadó. Bauern pressen Zuckerrohr mit handgemachter Zuckerrohrpresse © Amnesty International
Friedensgemeinschaft von San José de Apartadó. Bauern pressen Zuckerrohr mit handgemachter Zuckerrohrpresse © Amnesty International

Kolumbien: Briefaktion für die Friedensgemeinde San José de Apartadó Friedensgemeinde zunehmend in Gefahr

Briefe gegen das Vergessen Februar 2018
Seit Ende 2016 nehmen in der Umgebung der Friedensgemeinde San José de Apartadó trotz des Friedensabkommens zwischen der FARC-Guerilla und der kolumbianischen Regierung paramilitärische Aktivitäten zu. Die BewohnerInnen der Friedensgemeinde und andere Personen, die in dieser Gegend leben, sind zunehmend Übergriffen und Drohungen ausgesetzt.

Die Friedensgemeinde San José de Apartadó setzt sich aus mehreren Ortschaften zusammen, die in der Gemeinde Apartadó im Departamento Antioquia im Nordwesten Kolumbiens liegen. Die BewohnerInnen der Region verteidigten über Jahre ihr Recht, nicht in den bewaffneten Konflikt zwischen Sicherheitskräften und Paramilitärs auf der einen und Guerillaeinheiten auf der anderen Seite hineingezogen zu werden. Sie verweigerten das Tragen von Waffen und lieferten keiner der beiden Seiten Informationen oder logistische Unterstützung. Als Gegenleistung verlangte die Friedensgemeinde, dass die an dem bewaffneten Konflikt beteiligten Parteien sich von ihrem Land fernhalten und ihre neutrale Position respektieren.

Seit Ende 2016 nehmen in der Umgebung der Friedensgemeinde San José de Apartadó trotz des Friedensabkommens zwischen der FARC-Guerilla und der kolumbianischen Regierung paramilitärische Aktivitäten zu. Die BewohnerInnen der Friedensgemeinde und andere Personen, die in dieser Gegend leben, sind zunehmend Übergriffen und Drohungen ausgesetzt. Auch die paramilitärische Gruppe Autodefensas Gaitanistas de Colombia (AGC) dringt seit Dezember 2017 weiter vor, um die Kontrolle über die Friedensgemeinde zu erlangen, und droht GemeindesprecherInnen mit dem Tod. Gildardo Tuberquia, Mitglied des Internen Rates der Friedensgemeinde von San José de Apartadó, berichtete, er habe 2017 mindestens acht Morddrohungen erhalten, zuletzt am 30. November. Am 29. Dezember wurde der Rechtsbeistand der Gemeinde, German Graciano Posso, von fünf Paramilitärs angegriffen und verletzt – Verdächtige wurden von den Behörden jedoch wieder freigelassen.

Seit der Gründung der Friedensgemeinde im Jahr 1997 sind mehr als 200 ihrer BewohnerInnen getötet worden oder dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen, weitere Personen wurden bedroht oder sexuell missbraucht. Die Mehrzahl der Tötungen wurde von Paramilitärs mit Billigung und Unterstützung der Streitkräfte begangen. Die zunehmend angespannte Situation macht deutlich, dass auch mehr als 20 Jahre nach Gründung der Friedensgemeinde konkretes Handeln notwendig ist, um die Sicherheit ihrer BewohnerInnen zu gewährleisten.

BRIEFVORSCHLAG

Estimado Señor Presidente
Sehr geehrter Herr Präsident

Seit Ende 2016 nehmen in der Umgebung der Friedensgemeinde San José de Apartadó paramilitärische Aktivitäten zu. Die BewohnerInnen der Friedensgemeinde und andere Personen, die in dieser Gegend leben, sind zunehmend Übergriffen und Drohungen ausgesetzt. Auch die paramilitärische Gruppe Autodefensas Gaitanistas de Colombia (AGC) dringt seit Dezember 2017 weiter vor, um die Kontrolle über die Friedensgemeinde zu erlangen, und droht GemeindesprecherInnen mit dem Tod. Gildardo Tuberquia, Mitglied des Internen Rates der Friedensgemeinde von San José de Apartadó, berichtete, er habe 2017 mindestens acht Morddrohungen erhalten, zuletzt am 30. November. Am 29. Dezember wurde der Rechtsbeistand der Gemeinde, German Graciano Posso, von fünf Paramilitärs angegriffen und verletzt – Verdächtige wurden von den Behörden jedoch wieder freigelassen.

Ich bin sehr besorgt über diese Situation und bitte Sie, umgehend Massnahmen zu ergreifen, um das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit für Gildardo Tuberquia, die anderen BewohnerInnen der Friedensgemeinde von San José de Apartadó sowie weitere Zivilpersonen zu gewährleisten.
Zudem bitte ich Sie, eine unparteiische Untersuchung des Angriffs auf German Graciano Posso einzuleiten, deren Ergebnisse zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

Hochachtungsvoll
 

Höflich formulierten Brief an den Präsidenten von Kolumbien

Juan Manuel Santos
Presidente de la República
Palacio de Nariño, Carrera 8 No. 7-26
Bogotá
COLOMBIA

E-Mail : contacto@presidencia.gov.co
Twitter : @JuanManSantos

Anrede: Dear Mr. President / Estimado Señor Presidente / Sehr geehrter Herr Präsident

Kopie an

Botschaft der Republik Kolumbien
Zieglerstrasse 29
3007 Bern

Fax: 031 350 14 09
E-Mail: esuiza@cancilleria.gov.co

 

Einen druckfertigen Modellbrief auf Deutsch finden Sie 
auf Seite 3 in diesem Word-Dokument.

 

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