Mexiko: Briefaktion für Miriam López Folter und Vergewaltigung nach wie vor nicht gerichtlich untersucht

Am 2. Februar 2011 nahmen zwei maskierte Männer Miriam López in ihrem Heimatort Ensenada im mexikanischen Bundesstaat Baja California fest. Die damals 27-Jährige, die gerade ihre Kinder zur Schule ...

Bild Miriam Lopez Miriam López © Agencia Reforma

Am 2. Februar 2011 nahmen zwei maskierte Männer Miriam López in ihrem Heimatort Ensenada im mexikanischen Bundesstaat Baja California fest. Die damals 27-Jährige, die gerade ihre Kinder zur Schule gebracht hatte, wurde zu einer Kaserne gefahren und dort eine Woche lang gefangen gehalten. Während dieser Zeit vergewaltigten Soldaten Miriam López mehrfach und folterten sie mit Elektroschocks. Sie zwangen die junge Frau, in schmerzhaften Positionen zu verharren und zogen ihr eine Plastiktüte über den Kopf, bis sie fast erstickte. Ausserdem drohten die Soldaten Miriam López, sie würden ihrem Mann und ihren Kindern etwas antun. Man warf ihr vor, an Drogenhandel beteiligt zu sein, und folterte sie so lange, bis sie ein «Geständnis» unterschrieb.

Anschliessend kam Miriam López in eine Haftanstalt, bis ein Gericht im September 2011 schliesslich ihre Freilassung anordnete.

In den folgenden Monaten wurde Miriam López mehrfach eingeschüchtert, erstattete aber dennoch wegen der Folter Anzeige. Im Oktober 2012 empfahl die mexikanische Menschenrechtskommission, die Täter zu bestrafen und Miriam López zu entschädigen. Obwohl dies nicht geschah, kam die Kommission Ende 2013 zum Schluss, dass das Militär die Empfehlungen umgesetzt hätte, und gewährte Miriam López erst im April 2014 Einblick in die medizinischen Berichte. Miriam López erhält seit Dezember 2011 Polizeischutz, der allerdings zeitweilig ohne Angabe von Gründen eingestellt wurde.


Briefvorschlag und Forderungen

Sehr geehrter Herr Präsident

Am 2. Februar 2011 wurde Miriam López in Ensenada (Baja California) von zwei maskierten Männern festgenommen. Sie wurde zu einer Kaserne gefahren und dort eine Woche lang gefangen gehalten, wo sie mehrfach vergewaltigt, gefoltert und misshandelt wurde. Ausserdem drohten die Soldaten Miriam López, sie würden ihrem Mann und ihren Kindern etwas antun. Man warf ihr vor, an Drogenhandel beteiligt zu sein, und folterte sie so lange, bis sie ein «Geständnis» unterschrieb.

Anschliessend kam Miriam López in eine Haftanstalt, bis ein Gericht im September 2011 schliesslich ihre Freilassung anordnete.

Trotz wiederholter Einschüchterungsversuche, erstattete Miriam López Anzeige.

Im Oktober 2012 empfahl die mexikanische Menschenrechtskommission, die Täter zu bestrafen und Miriam López zu entschädigen. Obwohl beides nicht geschah, kam die Kommission Ende 2013 zum Schluss, dass das Militär die Empfehlungen umgesetzt hätte.

Miriam López erhält seit Dezember 2011 Polizeischutz, der allerdings zeitweilig ohne Angabe von Gründen eingestellt wurde.

Ich bin sehr besorgt über diese Situation und bitte Sie, umgehend eine umfassende und unparteiische Untersuchung der willkürlichen Inhaftierung, Vergewaltigung und Folter von Miriam López einzuleiten, die Ergebnisse der Untersuchung zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

Zudem erinnere ich Sie höflich daran, dass Miriam López eine Entschädigung sowie ein wirksamer Polizeischutz zustehen.

Hochachtungsvoll


Höflich formulierter Brief an:

Präsident Enrique Peña Nieto
Residencia Oficial de los Pinos
Casa Miguel Alemán
Col. San Miguel Chapultepec, C.P. 11850
Mexiko-Stadt
MEXIKO

Fax: (00 52) 55 5093 5321
E-Mail: enrique.penanieto@presidencia.gob.mx

→ Anrede: Dear President / Estimado Señor Presidente / Sehr geehrter Herr Präsident


Kopie an:

Botschaft von Mexiko
Weltpoststrasse 20
3015 Bern

Fax: 031 357 47 49
E-Mail: embamex1@swissonline.ch

Dieser Brief ist Teil der Briefe gegen das Vergessen vom Juli 2014 | Word-Version herunterladen | E-Mail Alerts für «Briefe» abonnieren

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