Ángel Colón © Amnesty International
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Briefaktion für Ángel Colón Entschädigungsleistungen für Folteropfer immer noch ausstehend

Der afro-honduranische Migrant Ángel Colón versuchte Anfang 2009 über Mexiko in die USA zu gelangen. Er hoffte, dort eine Arbeit zu finden, um die medizinische Behandlung seines krebskranken Sohnes ...

Ángel Colón © Amnesty International

Der afro-honduranische Migrant Ángel Colón versuchte Anfang 2009 über Mexiko in die USA zu gelangen. Er hoffte, dort eine Arbeit zu finden, um die medizinische Behandlung seines krebskranken Sohnes bezahlen zu können. Im März 2009 wartete er in einem Haus in der mexikanischen Stadt Tijuana auf eine Möglichkeit, die Grenze überqueren zu können.

Am 9. März 2009 stürmten bewaffnete Polizisten das Haus und nahmen Ángel Colón fest. In den folgenden Tagen wurde er gefoltert und anderweitig misshandelt. Man versetzte ihm Schläge gegen die Rippen und den Bauch, trat ihn und zwang ihn, sich auf seinen Knien fortzubewegen. Man bedrohte ihn und stülpte ihm eine Plastiktüte über den Kopf, bis er fast erstickte. Er musste sich nackt ausziehen und die Schuhe anderer Häftlinge mit seiner Zunge putzen. Darüber hinaus wurde er immer wieder zum Opfer rassistisch motivierter Gewalt.

Nachdem Ángel Colón 16 Stunden am Stück verhört worden war, zwang man ihn dazu, eine Erklärung für den Staatsanwalt zu unterzeichnen, auf deren Grundlage man ihm die Zugehörigkeit zu einer kriminellen Bande vorwarf. Obwohl Ángel Colón dem Richter von der Folter berichtete und auch die Erklärung zurückzog, wurden keine Untersuchungen zu seinen Vorwürfen durchgeführt.

Die Polizei verlegte Ángel Colón in ein abgelegenes Hochsicherheitsgefängnis. Dort blieb er inhaftiert, bis die Staatsanwaltschaft die Anklage gegen ihn im Oktober 2014 fallenliess und seine bedingungslose Freilassung veranlasste. Er hatte insgesamt mehr als fünf Jahre in Untersuchungshaft verbracht. Die Generalstaatsanwaltschaft ergriff zwar einige Massnahmen hinsichtlich der Untersuchung der Foltervorwürfe, diese blieben jedoch zum Grossteil wirkungslos. Ángel Colón hat von der mexikanischen Regierung noch immer keine Entschädigungsleistungen für die erlittenen Menschenrechtsverletzungen erhalten.


Briefvorschlag und Forderungen

 

Sehr geehrte Frau Generalstaatsanwältin

Der afro-honduranische Migrant Ángel Colón versuchte Anfang 2009 über Mexiko in die USA zu gelangen. Er hoffte, dort eine Arbeit zu finden, um die medizinische Behandlung seines krebskranken Sohnes bezahlen zu können.

Am 9. März 2009 wurde er von der Polizei in Tijuana festgenommen. In den folgenden Tagen wurde er mehrfach gefoltert und anderweitig misshandelt. Darüber hinaus wurde er immer wieder zum Opfer rassistisch motivierter Gewalt. In der Folge zwang man ihn dazu, eine Erklärung für den Staatsanwalt zu unterzeichnen, auf deren Grundlage man ihm die Zugehörigkeit zu einer kriminellen Bande vorwarf. Obwohl Ángel Colón dem Richter von der Folter berichtete und auch die Erklärung zurückzog, wurden keine Untersuchungen zu seinen Vorwürfen durchgeführt. Die Polizei verlegte Ángel Colón in ein abgelegenes Hochsicherheitsgefängnis. Er hatte insgesamt mehr als fünf Jahre in Untersuchungshaft verbracht.

Ángel Colón hat von der mexikanischen Regierung noch immer keine Entschädigungsleistungen für die erlittenen Menschenrechtsverletzungen erhalten. Ich bin sehr in Sorge über diese Situation und bitte Sie darum, unverzüglich eine umfassende und unabhängige Untersuchung zur Folterung von Ángel Colón durchzuführen, die Ergebnisse dieser Untersuchung zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

Hochachtungsvoll


Höflich formulierter Brief an:

Arely Gómez González
Procuradora General de la República
Procuraduría General de la República (PGR)
Reforma 211-213, Col. Cuauhtémoc, C.P. 06500
México D.F.
MEXIKO

Fax: 00 52 – 55 53 46 09 08 (Sagen Sie «Tono de fax»)
E-Mail:
oder über die Webseite: http://pgr.gob.mx/servicios/mail/plantilla.asp?mail=1
Twitter: @ArelyGomezGz

 

Kopie an:

Botschaft von Mexiko
Weltpoststrasse 20
3015 Bern

Fax: 031 357 47 49
E-Mail:

Dieser Brief ist Teil der Briefe gegen das Vergessen vom August 2015 | Word-Version herunterladen | Monatlichen E-Mail Alert abonnieren