Mexiko Miriam López wartet auf Gerechtigkeit

 
Vier Jahre nach der Folter von Miriam López wurden die Verantwortlichen noch immer nicht zur Verantwortung gezogen. Amnesty fordert von den mexikanischen Behörden umfassende Untersuchungen von Folterhinweisen.

LOLO Artwork, Miriam López, Briefmarathon 2013 © Amnesty International

Vor vier Jahren, am 2. Februar 2011, wurde Miriam López von mexikanischen Soldaten willkürlich festgenommen. In Haft folterten sie die junge Frau mit Elektroschocks, zogen ihr eine Plastiktüte über den Kopf bis sie fast erstickte, zwangen sie, in schmerzhaften Positionen zu verharren und vergewaltigten sie dreimal. Die Folterung wurde durchgeführt, um von Miriam López ein Geständnis zu erzwingen, dass sie an Drogenhandel beteiligt sei.

Nach ihrer Freilassung im September 2011 erstattete Miriam López Anzeige wegen Folter. Erst 18 Monate später wurde sie von der Gerichtsmedizin untersucht, die keine Anzeichen für Folter feststellen konnte. Die Untersuchung war jedoch lückenhaft und entsprach nicht den internationalen Standards (Istanbul-Protokoll).

Straflosigkeit für Folterer

Miriam López ist kein Einzelfall. In den letzten Jahren haben Tausende Mexikanerinnen und Mexikaner eine Klage wegen Folter oder anderem unmenschlichem Verhalten durch die Polizei oder das Militär eingereicht. In der Mehrheit der Fälle sind die Verantwortlichen nicht verurteilt worden.Ein Hauptgrund für die weit verbreitete Straflosigkeit geht auf die Tatsache zurück, dass Untersuchungen – die gerichtsmedizinischen eingeschlossen – internationale Normen in keiner Weise respektieren. Oft werden Untersuchungen – wenn überhaupt – zu spät und zu Ungunsten des Opfers durchgeführt. In diesem Fall ist es Miriam López, die darunter leidet.

Email-Vorschlag und Forderungen:

Dear Attorney General, Dear Ambassador,

2 February 2015 marks four years since Miriam Isaura López Vargas, a 31-year-old housewife and mother of four from Ensenada, Baja California state, was arbitrarily arrested and tortured by soldiers, including sexual assault and rape.

I urge you to ensure that the investigation that federal prosecutors are meant to be carrying out makes substantial progress as soon as possible. So far, nobody has been brought to account. The investigation should fully comply with all international standards, in particular those highlighted in the «UN Istanbul Protocol».

To some extent, the ongoing investigation has compounded the abuse against Miriam. The official forensic examination was carried in May 2013, which is too late according to international standards. It was carried out in an insensitive and disrespectful manner. The ensuing forensic report relied heavily on partial and flawed medical reports written by military and police officials, at the time of Miriam’s arrest and torture, while placing little trust on Miriam’s account and the independent forensic report carried out by the National Human Rights Commission. The prosecution should critically assess all available forensic reports and take into account those which comply with international standards.

I urge you to fully implement the recent recommendations made by the UN Special Rapporteur on Torture and Amnesty International about combatting torture and other forms of ill-treatment in Mexico.

Sincerely,

Schicken Sie diesen Text als Mail an dem Generalstaatsanwalt und eine Kopie an der .

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