Eine Frau wird verhaftet, weil sie rote Farbe gegen die Polizei geworfen hat an einer Demonstration in Lima vom 3. Januar 2023 © IMAGO / ZUMA Wire / Carlos Garcia Granthon
Eine Frau wird verhaftet, weil sie rote Farbe gegen die Polizei geworfen hat an einer Demonstration in Lima vom 3. Januar 2023 © IMAGO / ZUMA Wire / Carlos Garcia Granthon

Briefaktion – Peru Unverhältnismässige Gewalt gegen Protestierende stoppen!

17. Januar 2023
Seit der Absetzung und Verhaftung des ehemaligen Präsidenten Pedro Castillo im Dezember protestieren die Menschen in Peru. Die Sicherheitskräfte gehen mit unverhältnismässiger Gewalt gegen die Protestierenden vor. Offizielle Quellen berichten von mindestens 40 Toten.

Peru befindet sich schon seit Jahren in einer politischen Krise. Die aktuelle Situation eskalierte als der ehemalige Präsident Pedro Castillo am 7. Dezember 2022 die Auflösung des Nationalkongresses ankündigte. Daraufhin wurde er abgesetzt und verhaftet. Die damalige Vizepräsidentin, Dina Boluarte wurde als Interimspräsidentin vereidigt. Seither kommt es landesweit zu massiven Protesten gegen den Kongress und die neue Regierung. Sowohl die Nationalpolizei als auch das Militär wenden unverhältnismässige Gewalt gegen die Protestierenden an.

Schreiben Sie an

Präsidentin Dina Boluarte

E-Mail schicken

Bereits zu Beginn der Proteste wurden Dutzende Menschen verletzt und mindestens zwei Personen getötet. Darüber hinaus berichteten lokale Journalist*innen von Übergriffen durch die Nationalpolizei und von Versuchen, ihnen ihre Arbeitsausrüstung wegzunehmen. Bis zum 16. Dezember wurden 17 Menschen bei den Protesten getötet. Zwei Tage zuvor hatte die Regierung angesichts der anhaltenden politischen Krise den Ausnahmezustand erklärt. Über die Weihnachtsferien verebbten die Proteste kurzzeitlich, doch bereits zu Beginn des neuen Jahres gingen erneut Tausende von Menschen auf die Strasse und die staatliche Repression verschärfte sich. Allein am 9. Januar starben 19 Menschen, darunter ein Polizist, in Juliaca im Süden Perus. Viele weitere wurden an diesem Tag verletzt.

«Die die Toten im Rahmen der Proteste in Peru sind die Folge der repressiven Reaktion des Staates und der unverhältnismässigen Gewaltanwendung.» Erika Guevara-Rosas, Direktorin der Region Amerikas bei Amnesty International

Seit Beginn der Proteste berichteten offizielle Quellen von mindestens 40 Getöteten in den Regionen Puno, Ayacucho, Apurímac, Cusco, Junín, La Libertad und Arequipa. Die meisten Betroffenen stammen aus dem ländlichen Raum und gehören zu den historisch marginalisierten Gemeinschaften Perus. Ausserdem waren auch Minderjährige unter den Opfern.

Werden Sie aktiv

Schreiben Sie der Präsidentin Dina Boluarte eine E-Mail mit obigem Mailbutton und fordern Sie sie auf, die unverhältnismässige Anwendung von Gewalt durch die Sicherheitskräfte unverzüglich zu beenden und alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um das Leben und die Unversehrtheit von verletzten Personen zu schützen.

Schreiben Sie lieber einen Brief? Alle nötigen Informationen finden Sie auf unserer Urgent Action Seite