Alejandra © Privat
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USA: Briefaktion für Alejandra Trans Frau riskiert Abschiebung

Briefe gegen das Vergessen Juli 2019
Alejandra ist eine trans Frau aus El Salvador. Sie beantragte im November 2017 an der Grenze zu den USA Asyl. Seither befindet sich Alejandra im US-Bundesstaat New Mexico in Haft. Ihr droht unmittelbar die Abschiebung in ihre Heimat, was für sie als trans Frau ein grosses Risiko bedeuten würde.

Alejandra (Aktenzeichen der US-Einwanderungsbehörde: A# 216-269-450) war in ihrem Heimatland als Kosmetikerin tätig und engagierte sich für die Menschenrechte. Als trans Frau wurde sie in El Salvador immer wieder von Mitgliedern einer Gang und auch von Militärangehörigen bedroht, erpresst und sexuell genötigt. Von 2013 bis 2016 wurde sie wiederholt tätlich angegriffen und trug Narben am Kopf, im Gesicht und an den Beinen davon.

Sie floh schliesslich nach Mexiko und beantragte am 26. November 2017 an der Grenze zu den USA Asyl. Seither befindet sich Alejandra im US-Bundesstaat New Mexico in Haft. Im April 2018 fand eine Anhörung vor dem Einwanderungsgericht statt, um ihren Asylantrag zu prüfen. Am 15. Juni wurde Alejandras Asylantrag abgelehnt und ihre Ausschaffung angeordnet. Ihr Rechtsbeistand legte Rekurs ein, der im Dezember 2018 zurückgewiesen wurden. Alejandra hat zudem einen Antrag auf Haftentlassung aus humanitären Gründen gestellt, der jedoch von der Einwanderungs- und Zollbehörde (Immigration and Customs Enforcement – ICE) ohne konkrete Gründe mehrmals abgelehnt wurde. Im April 2019 wurde der Antrag auf Haftentlassung erneut abgelehnt, ebenso wie ihr Antrag auf eine erneute Überprüfung ihres Falls und ein Antrag auf Aussetzung der Abschiebung.

Damit ist Alejandra nicht länger vor einer Ausschaffung geschützt und könnte jederzeit abgeschoben werden. Sollte sie nach El Salvador zurückgeschickt werden, würde das für sie als trans Frau ein grosses Risiko bedeuten. Allein im Januar und Februar 2019 wurden dort laut Menschenrechtsorganisationen drei trans Frauen getötet, eine von ihnen innerhalb weniger Wochen nach ihrer Ausschaffung aus den USA.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe in gutem Englisch oder auf Deutsch an den Leiter des örtlichen Büros der Einwanderungs- und Zollbehörde.

Good News vom 12. September 2019

Alejandra wurde am 6. September freigelassen.

Nach anhaltender internationaler Lobbyarbeit ordnete ein Gericht einen Abschiebungsstopp an. Die US-Regierung stimmte einer erneuten Prüfung ihres Antrags zu. Die US-Behörden liessen sie schliesslich unter Auflagen frei, nachdem ihre Rechtsbeistände mit der Begründung einen Habeas-Corpus-Antrag gestellt hatten, ihre anhaltende Haft stelle eine Verletzung der US-amerikanischen Verfassung dar, die vor unbegrenzt langer Haft schützt.

Die Freilassung von Alejandra Barrera ist das Ergebnis gemeinsamer Bemühungen und wäre ohne die anhaltenden Aktivitäten von Amnesty International nicht möglich gewesen. Nach ihrer Freilassung begrüssten FreundInnen sie mit Kuchen und Blumen vor dem Gefängnis und sie bedankte sich bei Amnesty International und der Partnerorganisation Translatin@ Coalition. Sie sagte: «Ich bin euch zwar noch nie begegnet, aber es ist mir eine Ehre euch eine Nachricht voller Liebe, Kampfgeist und Mut zu schicken. Mit euren unterstützenden Briefen habt ihr mir die Kraft gegeben, diesen für mich so schweren Kampf fortzusetzen. Vielen, vielen Dank. Ich bin hier und werde weiter kämpfen.»

Alejandra Barrera wird nun in Freiheit auf die Entscheidung bei ihrem Asylantrag warten und Amnesty International wird die Entwicklungen genau beobachten.

Weitere Aktionen sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben. Amnesty International wird den Verlauf ihres Asylantrags weiterhin beobachten.