© Brendan Smialowski/AFP via Getty Images
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Briefaktion Drei Männer hingerichtet, weitere in Gefahr

10. August 2020
Mitte Juli wurden in den USA drei Todesurteile vollstreckt. In den kommenden Wochen sollen weitere Männer hingerichtet werden.

Am 14. Juli haben die US-Behörden nach 17 Jahren zum ersten Mal seit langem wieder ein Todesurteil vollstreckt, das auf Bundesebene verhängt worden war. Zwei weitere Männer wurden am 16. und 17. Juli hingerichtet.  Am 26. und 28. August sowie am 22. und 24. September sind weitere Hinrichtungen auf US-Bundesebene angesetzt.

Rassismus und Willkür

Die drei Hinrichtungen, die im Juli vollstreckt wurden, haben neue Belege für Fehler und Willkür zutage gebracht, die schon lange das Todesstrafensystem in den USA prägen. Rassistische Voreingenommenheit und fehlerhafte anwaltliche Vertretung der Angeklagten sind zwei der häufigsten Faktoren, die zu falschen Entscheidungen über das Urteil Tod oder Leben beitragen. Betroffen davon sind auch Menschen mit schweren geistigen und intellektuellen Beeinträchtigungen.

Derzeit ist die Todesstrafe in 22 US-Bundesstaaten abgeschafft, und in 11 Bundesstaaten wurden seit mehr als zehn Jahren keine TodeskandidatInnen mehr hingerichtet. Die Zahl der Hinrichtungen und Todesurteile in den USA war 2019 vergleichsweise niedrig. Ähnliche Trends sind auch weltweit sichtbar. 2019 waren für 86 Prozent der registrierten Hinrichtungen (ausgenommen China) nur vier Länder verantwortlich: Iran, Saudi-Arabien, Irak und Ägypten. Bis heute haben 142 Länder die Todesstrafe per Gesetz oder in der Praxis abgeschafft.

Amnesty International lehnt die Todesstrafe grundsätzlich und ohne Ausnahme ab, ungeachtet der Art und Umstände des Verbrechens, der Schuld oder Unschuld der Person oder der Hinrichtungsmethode. Amnesty International setzt sich in allen Fällen für die Abschaffung der Todesstrafe ein.

Weitere Informationen und Briefaktion mit Musterbrief an die Generalstaatsanwaltschaft der USA.