Auf der ganzen Welt wurde gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert, wie hier im Juni in Wien. ©Christopher Glanzl / Amnesty International Austria
Auf der ganzen Welt wurde gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert, wie hier im Juni in Wien. ©Christopher Glanzl / Amnesty International Austria

USA: Petition für George Floyd Eine Million Unterschriften

6. Oktober 2020
Amnesty International hat mehr als eine Million Unterschriften aus der ganzen Welt an US-Generalstaatsanwalt William Barr überreicht. Die Menschenrechtsorganisation fordert gemeinsam mit ihren Unterstützern und Unterstützerinnen Gerechtigkeit für George Floyd. Dieser war am 25. Mai 2020 in Minneapolis, Minnesota, von der Polizei getötet worden.

Am 25. Mai 2020 kam George Floyd, ein 46-jähriger Schwarzer Mann, in Minneapolis, USA, nach rassistischer Polizeigewalt ums Leben. Hätte die Polizei nicht rechtswidrig unverhältnismässige Gewalt gegen ihn angewendet, würde er heute noch leben. George Floyds Tod ist kein Einzelfall. Er reiht sich ein in eine Serie von rassistischen Gewalttaten gegen Schwarze Menschen, die das Ausmass von Gewalt und Diskriminierung in den USA sichtbar machen. 

In einer weltweiten E-Mail-Aktion an den Justizminister der Vereinigten Staaten, William P. Barr  (PDF) fordern eine Million Menschen Gerechtigkeit für George Floyd und ein Ende der rassistischen Polizeigewalt in den USA. Aus der Schweiz kamen rund 10'000 Unterschriften zusammen.

In dem Brief an den Generalstaatsanwalt äussern sich die Unterzeichnenden und Amnesty International besorgt über die rassistischen Polizeipraktiken, die unverhältnismässig oft gegen Schwarze in den USA eingesetzt werden. Die an der Tötung von George Floyd beteiligten Polizeibeamten müssen zur Rechenschaft gezogen werden, fordert Amnesty.

«Die US-Regierung scheint sich mehr für den Status quo zu engagieren, der von rassistischen Polizeipraktiken und mangelnder Rechenschaftspflicht geprägt ist, anstatt auf den weltweiten Aufschrei nach Gerechtigkeit und einem Ende rassistischer Polizeigewalt zu hören», konstatiert Julie Verhaar, amtierende Generalsekretärin von Amnesty International.

Hintergrundinformationen

«Ich kann nicht atmen», waren die letzten Worte, die George Floyd wiederholte, als ein Polizist mehr als acht Minuten lang direkt auf seinem Nacken kniete und seine Hände auf dem Rücken mit Handschellen gefesselt waren. Als der Polizist endlich sein Knie von George Floyds Nacken nahm, bewegte sich George Floyd nicht mehr. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, wo nur noch sein Tod festgestellt werden konnte.

George Floyd war unbewaffnet. Ein Mitarbeiter eines Lebensmittelgeschäfts hatte die Polizei gerufen, weil er dachte, George wollte mit Falschgeld bezahlen. Dieses Telefonat führte zu dem tödlichen Polizeieinsatz.

Zur Serie von rassistischer Polizeigewalt in den USA gehören unter anderem auch die Tötung von Ahmaud Arbery, einem Schwarzen Mann, der joggen war, sowie die Tötung von Breonna Tyler, einer Schwarzen Frau, die in ihrem Apartment schlief, als Polizeibeamte das Feuer auf sie eröffneten, und viele mehr.